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Sachsen-AnhaltFußballfan stürzt aus Zug - neue Ermittlungen laufen

03.10.2026, 09:03 Uhr
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Vor fast zehn Jahren stürzte ein Magdeburger Fußballfan aus einem Regionalzug und starb Tage später. Unglück oder Gewalttat? Neue Ermittlungen sollen für Aufklärung sorgen.

Magdeburg (dpa/sa) - Vor gut zwei Wochen haben Polizei und Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass sie die Ermittlungen im Fall eines vor zehn Jahren aus einem Zug gestürzten und gestorbenen Magdeburger Fußballfans wieder aufnehmen. "Seitdem wurde bereits eine Vielzahl an Vernehmungen geführt", sagte eine Polizeisprecherin auf Anfrage. Die Ermittlungen befänden sich noch in einem frühen Stadium.

Zur konkreten Anzahl neu eingegangener Hinweise oder der Zeugen, die sich seit dem Aufruf gemeldet hätten, würden keine Angaben gemacht. Die Polizei nehme weiter Hinweise entgegen.

Anlass ist ein Podcast

Anlass, den Fall jetzt neu zu betrachten, sei ein Podcast mit Recherchen zum damaligen Geschehen, so Staatsanwaltschaft und Polizei. Es werde wegen des Verdachts auf ein vorsätzliches Tötungsdelikt ermittelt. Die Polizei hat einen Zeugenaufruf gestartet und bittet um Hinweise über das Hinweisportal.

"Für die Ermittlungen können dabei nicht nur unmittelbare Beobachtungen aus dem Zug relevant sein", so die Polizeisprecherin. "Auch spätere Gespräche, Äußerungen oder sonstige Kenntnisse aus dem Umfeld können wichtige Hinweise liefern."

Das ist laut den Ermittlern bislang bekannt

Am 1. Oktober 2016 bestieg der 25 Jahre alte Fan des 1. FC Magdeburg (FCM) in Haldensleben gemeinsam mit weiteren Fans den Regionalzug nach Magdeburg. Im Zug befand sich bereits eine größere Gruppe von Fußballfans des Halleschen FC, darunter Personen aus der damaligen Ultraszene, die sich auf der Rückreise von einem Auswärtsspiel befanden. Während der Fahrt kam es zu einer Auseinandersetzung, in deren Verlauf der 25-Jährige aus dem fahrenden Zug stürzte und schwerste Verletzungen erlitt. Am 12. Oktober 2016 starb er aufgrund der Verletzungen.

Laut der Polizei wurde im Zuge der Ermittlungen vor rund zehn Jahren eine mittlere zweistellige Anzahl an Zeugen und Hinweisgebern ermittelt und gehört. Im März 2017 wurde das Verfahren eingestellt. Damals hieß es, es habe sich um einen traurigen Unfall gehandelt und nicht um eine Gewalttat. Es hatte der Vorwurf im Raum gestanden, dass der Fan des 1. FC Magdeburg in dem Zug von Anhängern des gegnerischen Halleschen FC (HFC) bedroht oder gar aus dem Zug gedrängt worden sein könnte.

Quelle: dpa

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