Sachsen-AnhaltLand bezahlt Schulfahrten zu jüdischen Gemeinden

Kostenlose Fahrten für Schulklassen zu jüdischen Gemeinden: Das Land Sachsen-Anhalt will Begegnungen fördern und Vorurteile abbauen.
Dessau-Roßlau (dpa/sa) - Schulklassen aus Sachsen-Anhalt können künftig kostenlos zu jüdischen Gemeinden im Land fahren. Die Landeszentrale für politische Bildung übernimmt in den Jahren 2026 und 2027 die Fahrtkosten vollständig. Eine entsprechende Vereinbarung wurde in der Weill-Synagoge in Dessau-Roßlau unterzeichnet.
Besuche in drei Städten möglich
Besuche sind bei den jüdischen Gemeinden in Dessau-Roßlau, Halle und Magdeburg möglich. Dort können Schülerinnen und Schüler Synagogen kennenlernen und pädagogische Angebote nutzen. Die Fahrten sollen in den Schul- oder Projektunterricht eingebunden werden.
Ziel sei es, jungen Menschen die Vielfalt jüdischen Lebens zu vermitteln und Vorurteile abzubauen, teilte die Landeszentrale mit. Jüdinnen und Juden sollten nicht nur als Opfer von Verfolgung, sondern als Teil der heutigen Gesellschaft wahrgenommen werden.
Bildungsminister Jan Riedel (CDU) hob die Bedeutung persönlicher Begegnungen hervor. Sie könnten dazu beitragen, Antisemitismus entgegenzuwirken und ein respektvolles Miteinander zu fördern.
Antrag mindestens vier Wochen vorher
Schulen müssen die Kostenübernahme spätestens vier Wochen vor dem geplanten Besuch bei der Landeszentrale beantragen. Ansprechpartner und Antragsformular sind auf deren Internetseite zu finden.
Die Landeszentrale finanziert bereits Fahrten zu Gedenkstätten sowie zu Orten jüdischer Geschichte und Kultur in Halberstadt und Gröbzig. Bis zum 26. August wurden in diesem Jahr 183 solcher Fahrten ermöglicht. Bis zum Jahresende rechnet die Landeszentrale mit 212 Touren. Im vergangenen Jahr waren es 172.