Sachsen-AnhaltMehr als 80.000 Euro erbeutet - Telefonbetrüger angeklagt

Sie sollen sich als Bankmitarbeiter oder Polizisten ausgegeben und Not- oder Gefährdungssituationen vorgetäuscht haben. Damit hatten sie in einigen Fällen Erfolg.
Dessau-Roßlau (dpa/sa) - Die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau hat drei mutmaßliche Mitglieder einer bundesweit agierenden Betrugsbande wegen sogenannter Schockanrufe angeklagt. Zwei Männern und einer Frau im Alter von 22, 27 und 28 Jahren werden insgesamt 26 Fälle von vollendetem oder versuchtem gewerbs- und bandenmäßigen Betrug vorgeworfen, wie das Landgericht Dessau-Roßlau mitteilte. Die Angeklagten befinden sich derzeit in Untersuchungshaft.
Die Beschuldigten sollen zwischen März und Oktober 2025 als Teil der bundesweit agierenden Gruppe vor allem ältere Menschen angerufen haben. Dabei hätten sie sich etwa als Bankmitarbeiter oder Polizisten ausgegeben und angebliche Not- oder Gefährdungssituationen vorgetäuscht, um Bargeld, Schmuck oder Gold zu erlangen.
Drei Taten in Sachsen-Anhalt
In acht Fällen sollen Geschädigte Wertgegenstände im Gesamtwert von mehr als 80.000 Euro übergeben haben, hieß es. In weiteren Fällen scheiterte der Betrug laut Staatsanwaltschaft, weil die Angerufenen misstrauisch wurden oder die Angeklagten ihr Vorhaben abbrachen, da ihnen die Tat zu riskant erschien. Zwei der Taten sollen sich in Dessau-Roßlau, eine weitere in Wittenberg ereignet haben. Die übrigen Fälle liegen laut Gericht außerhalb von Sachsen-Anhalt. Außerdem beinhaltet die Anklage den Angaben nach auch mehrere Verkehrsdelikte.
Die drei Beschuldigten, die bereits wegen Eigentumsdelikten vorbestraft sind, wurden Anfang Oktober 2025 in Niedersachsen festgenommen und sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens ist demnach bisher nicht entschieden.