Sachsen-AnhaltWarnstreik legt Nahverkehr in Sachsen-Anhalt lahm

Vier Tage lang dürften vielerorts Busse und Straßenbahnen ausfallen. Fahrgäste müssen sich auf Einschränkungen einstellen.
Magdeburg/Halle (dpa/sa) - Ein Warnstreik der Gewerkschaft Verdi legt von Donnerstag an für vier Tage den Nahverkehr in weiten Teilen Sachsen-Anhalts weitgehend lahm. In Magdeburg, Halle und Dessau-Roßlau müssen Fahrgäste bis Sonntag mit massiven Ausfällen bei Bussen und Straßenbahnen rechnen, wie die Verkehrsbetriebe mitteilten.
Vielerorts kein regulärer Verkehr
Nach Angaben der Unternehmen wird es voraussichtlich vielerorts keinen regulären Verkehr geben. In Dessau-Roßlau sollen Busse und Straßenbahnen vollständig ausfallen. In den anderen betroffenen Regionen ist mit erheblichen Einschränkungen zu rechnen.
In Magdeburg ist für Donnerstag und Freitag ein eingeschränkter Notbetrieb mit wenigen Straßenbahn- und Buslinien geplant. Ob am Wochenende ein Angebot möglich ist, wird noch geprüft. In Halle soll trotz des Streiks ein grundlegender Linienverkehr über einen Ersatzfahrplan angeboten werden.
Fahrgäste werden gebeten, sich vor Fahrtantritt über aktuelle Verbindungen zu informieren und - wenn möglich - auf alternative Verkehrsmittel auszuweichen.
Regionalzüge, S-Bahnen und der Fernverkehr der Deutschen Bahn sind von dem Warnstreik nicht betroffen und sollen regulär verkehren.
Am Freitag kann es zudem zu Ausfällen im Regionalbusverkehr kommen - etwa im Harz, in der Altmark und im Salzlandkreis. Hintergrund ist ein separater Tarifkonflikt im regionalen Nahverkehr.
Kein Warnstreik im Burgenlandkreis
Im Burgenlandkreis gibt es entgegen der ursprünglichen Pläne keinen Warnstreik im Nahverkehr. Nach einem von der Personenverkehrs- und Servicegesellschaft Burgenlandkreis (PVG) angestrebten Verfahren vor dem Arbeitsgericht Halle müsse die Gewerkschaft Verdi ihren viertägigen Streik zurücknehmen, teilte eine Sprecherin des Landkreises am Mittwochabend mit. Der Linien- und Schülerverkehr werde planmäßig fahren.
Darum wird gestreikt
Hintergrund für den viertägigen Warnstreik sind festgefahrene Tarifverhandlungen im kommunalen Nahverkehr. Verdi fordert unter anderem eine 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich sowie Entlastungen für die Beschäftigten. Die Arbeitgeber halten eine solche Arbeitszeitverkürzung für finanziell nicht darstellbar. Weitere Streiks sind nicht ausgeschlossen.