SachsenAsiatische Hornisse wohl erstmals in Sachsen gesichtet

Imker und Naturschützer schlagen Alarm: Erstmals wurde in Sachsen wohl die asiatische Hornisse gesichtet. Sie jagt heimische Bienen vor deren Stock. Experten machen sich in Leipzig auf die Suche.
Leipzig (dpa/sn) - Die asiatische Hornisse ist wohl erstmals in Sachsen gesichtet worden. Anhand der Überprüfung eines Fotos aus Leipzig sei die Sichtung vorläufig bestätigt, sagte ein Sprecher des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie auf Anfrage. Nun würden Experten vor Ort nach dem Tier und einem möglichen Nest suchen.
"Es war nur eine Frage der Zeit, wann erstmals die Hornisse in Sachsen auftaucht", sagte Michael Hardt, Vorsitzender des Landesverbandes sächsischer Imker. In den vergangenen Tagen habe es mehrfach Hinweise von Imkern und Naturschützern gegeben. Diese hätten sich bisher aber nicht bestätigt. In den benachbarten Bundesländern sei das Tier bereits vorgekommen.
Asiatische Hornisse jagt Bienen vor deren Stock
Die Asiatische Hornisse ist kleiner als ihre europäische Verwandte, dafür aber aggressiver. Zudem ist sie etwas dunkler. Ursprünglich ist sie in Südostasien zu Hause, wurde aber vermutlich über Importwaren nach Europa eingeschleppt. In Deutschland war sie laut dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu) 2014 erstmals in der Nähe von Karlsruhe nachgewiesen worden.
Asiatische Hornissen verhalten sich laut Landesamt in der Regel defensiv. Wenn ihr Nest gefährdet sei, könnten sie aber ein starkes Abwehrverhalten zeigen. Man solle daher immer einen Abstand von fünf Metern zu Nestern einhalten. Für Honigbienenvölker kann die Hornisse aber zum Problem werden, da sie die Bienen jagt.
"Die Hornisse lauert den heimischen Bienen vor deren Stock auf und frisst diese im Flug. Sie scheut aber auch nicht davor zurück, direkt in den Bienenstock auf die Jagd zu gehen", erläuterte Hardt. Problematisch seien auch Fraßschäden im Wein- und Obstbau.