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SachsenBombe wird entschärft - Evakuierung betrifft 3.800 Menschen

17.08.2026, 12:34 Uhr
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Gefährlicher Fund in der Elbe: Ein Wassersportler entdeckt eine 250-Kilo-Bombe, Tausende müssen aus ihren Häusern und Wohnungen raus. Wegen des niedrigen Wassers könnte es zu weiteren Funden kommen.

Heidenau (dpa/sn) - Wegen der Entschärfung einer Weltkriegsbombe in der Elbe bei Heidenau (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) müssen rund 3.800 Anwohner ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Sie mussten den Sperrbereich bis 9.00 Uhr verlassen, wie die Polizei mitteilte. Anschließend begannen Einsatzkräfte, das Gebiet zu kontrollieren.

Sobald keine Menschen mehr in dem Bereich sind, kann der Sprengmeister seine Arbeit aufnehmen. Das soll laut Angaben einer Polizeisprecherin in den Mittagsstunden passieren.

Wassersportler findet Bombe

Ein Wassersportler hatte die Bombe am Samstag in der Elbe bei Heidenau und dem Pirnaer Ortsteil Pratzschwitz entdeckt. Daraufhin holte die Wasserschutzpolizei sie im Uferbereich an Land, wo die Entschärfung stattfinden soll. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst identifizierte den Fund am Sonntag als 250 Kilogramm schwere Weltkriegsbombe russischer Bauart.

Evakuierungsradius mit Auswirkungen auf S-Bahn

Der Evakuierungsradius beträgt etwa 1.000 Meter um die Fundstelle auf beiden Elbseiten. Betroffen sind Teile von Heidenau und Pratzschwitz. In beiden Orten wurden demnach Notunterkünfte eingerichtet.

Einschränkungen gibt es auch bei den S-Bahn-Linien S1 und S2, die von Dresden beziehungsweise Meißen aus in die Sächsische Schweiz fahren. Der Fernzug nach Prag ist nicht betroffen, da auf diesem Streckenabschnitt wegen Bauarbeiten am Montag ein Ersatzbus fährt. Nahverkehrsbusse werden um das Sperrgebiet geleitet.

Niedriges Wasser erhöht Wahrscheinlichkeit für Bombenfunde

Da die Wasserstände in vielen sächsischen Flüssen aktuell sehr niedrig sind, ist die Wahrscheinlichkeit für weitere Funde von Bomben oder Granaten laut Einschätzung des Kampfmittelbeseitigungsdienstes erhöht. Bei weiterhin sinkenden Wasserspiegeln könnten mehr Sprengmittel in Ufernähe auftauchen, teilte Sprecherin Kirstin Ilga mit.

Bislang habe es aber noch keinen signifikanten Anstieg der Funde gegeben. Wegen der Trockenheit führen Flüsse vor allem in Nord-, Ost- und Mittelsachsen Niedrigwasser.

Was tun bei einem Bombenfund?

Die Polizei warnt ausdrücklich davor, einen gefundenen Sprengkörper selbst zu berühren oder zu bewegen. "Die Ansicht, Fundmunition sei nach Jahren ungefährlich geworden, ist lebensgefährlich", erklärte Ilga. Das Gegenteil sei der Fall: Durch den Aufschlag, Korrosion und chemische Zersetzung seien die Kampfmittel wesentlich empfindlicher.

Bei Weltkriegsrelikten, die lange im Wasser oder im Schlamm gelegen haben, könne es zudem im ungünstigsten Fall zu kristallinen Ausblühungen des Sprengstoffs kommen. "In solch einem Fall ist die Lagerfähigkeit nicht mehr gegeben und es gilt das Kampfmittel umgehend unschädlich zu machen", erläuterte Ilga. Die Bombe oder Granate müsse dann vor Ort gesprengt werden.

Wer einen Kampfmittelfund mache, solle den Ort markieren und andere warnen. Außerdem sollte sofort die Polizei über den Notruf 110 verständigt werden.

Quelle: dpa

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