Baden-WürttembergFlammen in steilem Gelände – Feuerwehr kämpft gegen Brand

Hunderte Einsatzkräfte kämpfen weiter gegen den Waldbrand bei Schramberg. Das steile Gelände und schwierige Bedingungen erschweren die Löscharbeiten.
Schramberg (dpa/lsw) - Auch nach den längeren Regenfällen in der Region gibt die Feuerwehr keine Entwarnung beim Waldbrand. Nach wie vor schlagen die Flammen an dem steilen Hang nahe Schramberg (Landkreis Rottweil) durch die Bäume. Hohe Rauchwolken sind über der Schwarzwald-Gemeinde zu sehen. Hunderte Feuerwehrleute sind im Einsatz. Wann dieser beendet und der Brand vollständig gelöscht werden kann, ist nach Angaben der Feuerwehr derzeit nicht absehbar.
Das Feuer war am späten Sonntagnachmittag ausgebrochen und hatte sich in der Nacht deutlich ausgebreitet. Zunächst sei nur ein kleiner Vegetationsbrand gemeldet worden. "Aber das Feuer hat sich relativ zügig entwickelt", sagte Patrick Wöhrle von der Feuerwehr Schramberg.
Schwierige Löscharbeiten
Nach Angaben der Polizei sind inzwischen rund zehn bis zwölf Hektar betroffen – das entspricht etwa der Fläche von 14 Fußballfeldern. Die Flammen werden von mehreren Seiten bekämpft, um eine Ausbreitung in Richtung der angrenzenden Wohnbebauung zu verhindern. Die rechte Flanke sei inzwischen "soweit aufgerollt und unter Kontrolle", sagte Wöhrle. Auf der linken Seite gebe es dagegen zwei größere Problemstellen, eine davon in der Nähe einer Hochspannungsleitung. Sie wurde vorsorglich abgeschaltet.
Das unwegsame und steile Gelände erschwert den Einsatz erheblich. Einsatzkräfte können sich den Brandherden nicht überall nähern, weil die Hänge zu steil und schwer zugänglich sind. Deshalb wird das Feuer auch mit einem Polizeihubschrauber bekämpft, der im Schwebeflug Löschwasser aufnehmen und über den Flammen ablassen kann. Die Feuerwehr Reutlingen setzt zudem einen speziellen, geländegängigen Unimog ein, der im schwierigen Waldgelände fahren und während der Fahrt löschen kann.
Appell an die Bevölkerung
In der Nacht waren schon rund 330 Feuerwehrleute im Einsatz, inzwischen wurden sie abgelöst. Etwa 80 Fahrzeuge, darunter spezielle Tanklöschfahrzeuge, unterstützen die Löscharbeiten. Auch Landwirte helfen mit Gülle- und Wasserfässern. "Es gab Probleme mit der Wasserversorgung aus dem Hydrantennetz", sagte Wöhrle. Deshalb greife die Feuerwehr auf ein spezielles Löschwassersystem der Berufsfeuerwehr zurück. Löschwasser wurde unter anderem auch aus einem Löschteich und dem Freibad im Stadtteil Tennenbronn bezogen.
Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr rief die Bevölkerung dazu auf, zu Hause zu bleiben, Fenster zu schließen und Klimaanlagen auszuschalten, um nicht unnötig Ruß und Rauch abzubekommen. "Wir tun alles, um die Wohnbebauung vor der Ausbreitung des Brandes zu schützen", sagte sie.