SachsenDresden setzt Zeichen: Drei neue Stolpersteine für NS-Opfer

In Dresden werden drei neue Stolpersteine für eine jüdische Familie verlegt, die in Konzentrationslagern ermordet wurde. Anders als in Heidenau hält die Landeshauptstadt an der Erinnerungskultur fest.
Dresden (dpa/sn) - Drei neue Stolpersteine erinnern in Dresden an Opfer des Nationalsozialismus. Die neuen Stunden wurden in Gedenken an eine dreiköpfige jüdische Familie verlegt, die in unterschiedlichen Konzentrationslagern ermordet worden war, wie die Stadt mitteilte.
Der Verein Stolpersteine für Dresden wurde 2009 gegründet. Er recherchiert die Biografien der NS-Opfer, organisiert die Verlegungen und hält Kontakt zu Angehörigen. In Dresden erinnern derzeit 417 Stolpersteine an die Opfer des Nationalsozialismus. Europaweit wurden inzwischen mehr als 130.000 Stolpersteine verlegt.
In Heidenau werden keine Stolpersteine mehr verlegt
Nur knapp 20 Kilometer von Dresden entfernt in Heidenau hatte der Stadtrat Ende September einen entsprechenden Antrag von AfD und CDU mehrheitlich gebilligt, keine Stolpersteine mehr im öffentlichen Straßenraum zu verlegen. Stattdessen solle das Gedenken vorzugsweise auf dem Nordfriedhof der Stadt stattfinden, so "dass ein direktes Betreten der Gedenkelemente ausgeschlossen ist", hieß es in dem Beschluss. Die Entscheidung hatte bundesweit Kritik und Diskussionen ausgelöst.
Stolpersteine mahnen in vielen Ländern
Die Erinnerungsform der Stolpersteine gibt es bereits seit den 90er Jahren und in vielen europäischen Ländern. Die in der Regel spendenfinanzierten kleinen Steine werden am letzten bekannten Wohn- oder Wirkungsort von Opfern des Nationalsozialismus verlegt – deren Namen und Lebensdaten stehen auf einer Messingplatte auf der Oberseite der Steine.
Erinnerungszeichen statt Stolpersteine in München
In München werden nach einem Stadtratsbeschluss Stolpersteine nicht auf städtischem Grund verlegt. Zu finden sind sie vor allem auf privatem Grund – und erlaubt sind sie auch auf Grundstücken, die dem Freistaat Bayern gehören. Stattdessen machen Erinnerungszeichen mit Fotos und knappen Lebensdaten vor Wohnhäusern auf das Schicksal der Menschen aufmerksam, die früher dort gelebt haben – bevor sie von den Nationalsozialisten aus ihrem Alltag gerissen wurden.