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ThüringenNach dem Zalando-Aus: Perspektive für Belegschaft gesucht

07.10.2026, 16:11 Uhr
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Die Tore des großen Zalando-Logistikzentrums in Erfurt sind geschlossen, nur einzelne der ehemals 2.700 Beschäftigten erledigen Restarbeiten. Wie es für die Arbeitnehmer beruflich weitergeht.

Erfurt (dpa/th) - Nach dem Aus für das große Erfurter Zalando-Logistikzentrum Ende September hat die Suche nach neuen Jobs für die gekündigten Arbeitnehmer begonnen. "Bei uns sind bisher etwa 1.700 bisherige Zalando-Beschäftigte als Arbeitssuchende gemeldet", sagte die Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Mittelthüringen, Irena Michel, der Deutschen Presse-Agentur. Sie gehe davon aus, dass ihre Zahl noch steigt, weil Kündigungsfristen auslaufen oder Arbeitnehmer aus Elternzeit oder Krankheit zurückkehren.

"Wir wollen möglichst viele direkt in eine Anschlussbeschäftigung vermitteln. Ein Wechsel von Job zu Job wäre eine Idealvariante." Für realistisch halte sie, "ein Drittel der Menschen in den nächsten sechs Monaten in Arbeit zu bringen." Auch Weiterbildung und Qualifizierung seien eine Option bis hin zum Erlernen eines neuen Berufs.

Arbeitnehmer vieler Nationalitäten

Die Arbeitsagentur habe ein eigenes Team, das bei Standortschließungen wie bei Zalando oder bei der Neuausrichtung von Unternehmen im Strukturwandel agiert. Sie hatte bereits nach der Ankündigung des börsennotierten Internet-Modehändlers, das Erfurter Logistikzentrum im Herbst zu schließen, ein Büro direkt im Unternehmen eingerichtet, um Arbeitnehmer über berufliche Perspektiven zu beraten. Bei manchen gehe es vielleicht um einen Schein für Gabelstapler, bei anderen um eine Umschulung zur Pflegekraft.

Eine Besonderheit liegt in der Internationalität der ehemals 2.700 Zalando-Beschäftigten. Sie kommen aus mehreren Dutzend Staaten. Die Sprachbarriere bei einem Teil der Arbeitssuchenden sei bei der Vermittlung ein mögliches Hindernis. "Das ist ein Thema, das uns umtreibt", so die Agenturchefin. Deshalb seien auch berufsbezogene Sprachkurse möglich. Viele ehemalige Zalando-Beschäftigte kämen aus Osteuropa, andere seien Geflüchtete aus Syrien oder stammten aus Nigeria. Es gebe unter ihnen auch an- oder ungelernte Arbeitnehmer.

600 offene Stellen in der Logistik im Angebot

Nach Einschätzung von Michel besteht in Mittelthüringen ein recht gutes Jobangebot auch in der Logistik. Gemeint seien nicht nur große Logistiker, sondern auch Logistikbereiche von Industrieunternehmen. "Wir haben derzeit etwa 600 Stellen im engeren oder weiteren Logistikbereich." Angebote gebe es beispielsweise in Apfelstädt im Kreis Gotha oder in Straußfurt im Kreis Sömmerda. "Das setzt Mobilität voraus." Nach Schätzungen wohnen und leben etwa 80 Prozent der Ex-Zalando-Beschäftigten in Mittelthüringen. Regelmäßig gebe es inzwischen kleine Jobbörsen mit interessierten Unternehmen.

Ein Teil der ehemaligen Zalando-Beschäftigten könne sich jedoch auch einen Neustart in einer anderen Branche vorstellen. "Pflege, Hotel- und Gastgewerbe oder Handel - da gibt es Interesse." Weiterbildung und Qualifizierung spielten deshalb eine wichtige Rolle. Nach Einschätzung von Michel richten sich etwa 80 Prozent der offenen Stellen an Fachkräfte oder Experten. Die Zalando-Beschäftigten hätten aber in der Vergangenheit gezeigt, dass sie motiviert und flexibel seien und im Schichtsystem arbeiten könnten.

Quelle: dpa

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