SachsenMillionen-Betrug mit Solaranlagen: Prozess beginnt

Es geht um einen Schaden in Millionenhöhe: Kunden zahlten für Solaranlagen - doch der Netzanschluss blieb aus. Bis Ende Januar wird der Fall vor Gericht verhandelt.
Dresden (dpa/sn) - Wegen eines millionenschweren Betrugs mit Photovoltaik-Anlagen müssen sich zwei Unternehmer vor dem Landgericht Dresden verantworten. Der Prozess beginnt am Morgen vor der Großen Wirtschaftskammer, wie das Landgericht mitteilte. Bis Ende Januar 2027 sind 30 weitere Verhandlungstermine angesetzt.
Bei den Angeklagten handelt sich laut Angaben eines Sprechers um die 62 Jahre alte Geschäftsführerin und den 65 Jahre alten Prokuristen des Dresdner Unternehmens, wie ein Gerichtssprecher sagte. Ihnen wirft die Staatsanwaltschaft Betrug in 41 Fällen vor. Dabei sei den Opfern ein Schaden von insgesamt mehr als zwölf Millionen Euro entstanden.
Anlagen gingen nie ans Netz
Die Firma bot laut vorherigen Angaben der Staatsanwaltschaft bundesweit schlüsselfertige Photovoltaik-Anlagen zu einem Festpreis an. "Dabei war im Angebot unter anderem die Dachsanierung, der Bau der Anlage, der Trassenbau zur Einspeisung ins Netz und die Anmeldung bei den jeweiligen Netzbetreibern mit umfasst", hieß es. Die Kunden leisteten "erhebliche Anzahlungen". Der Netzanschluss sei jedoch bei allen Projekten nicht erfolgt.
Die Staatsanwaltschaft hat die Frau und den Mann wegen Betrugs im besonders schweren Fall angeklagt. Der 65-Jährige sei einschlägig vorbestraft und sitze in U-Haft. Die 62-Jährige sei auf freiem Fuß. Die Beschuldigten hätten die Vorwürfe bestritten.