SachsenBUND Sachsen für weniger Bürokratie beim Schutz der Natur

Umweltschützer sehen keinen Widerspruch zwischen weniger Bürokratie und dem Schutz der Natur. Ganz im Gegenteil. Deshalb werden Bemühungen der Regierung zum Bürokratieabbau begrüßt.
Chemnitz (dpa/sn) - Weniger Papierkram für mehr Umweltschutz: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht im geplanten Bürokratieabbau in Sachsen Chancen für den Umwelt- und Klimaschutz. Da sei machbar, wenn Vereinfachungen "gezielt dort ansetzen, wo sie ökologische Maßnahmen schneller ermöglichen", erklärte die Organisation in Chemnitz.
"Bürokratieabbau kann auch der Umwelt helfen, wenn er an den richtigen Stellen stattfindet", erklärte der BUND-Vorsitzende Felix Ekardt. "Viele Projekte im Natur-, Gewässer- und Klimaschutz scheitern heute nicht am politischen Willen, sondern an komplizierten Verfahren und Förderstrukturen."
Der BUND Sachsen fordert deshalb, Bürokratie vor allem dort abzubauen, wo sie den ökologischen Umbau bremst - und nicht bei Umweltstandards, die Schäden an Natur und Gewässern verhindern. Aus Sicht des Verbandes gibt es Bereiche, in denen weniger Bürokratie den Umweltschutz direkt stärken würde.
Digitalisierung als Mittel zum Bürokratieabbau
So müsse der naturverträgliche Ausbau der erneuerbaren Energien und der Stromnetze weiter beschleunigt werden, hieß es. "Mehr Personal und digitalisierte Verfahren können hier einen wichtigen Beitrag leisten, solange Naturschutzbelange weiterhin berücksichtigt werden."
Digitalisierte Genehmigungen und das sogenannte Once-Only-Prinzip könnten Behörden entlasten und Verfahren beschleunigen, ohne Umweltstandards zu senken, teilte der BUND weiter mit. Bei diesem Prinzip müssen Bürger und Unternehmen Daten nur noch ein einziges Mal an eine Behörde übermitteln.
Umweltprüfungen und Schutzstandards nicht schwächen
Zugleich warnten die Umweltschützer davor, mit Bürokratieabbau Umweltprüfungen oder Beteiligungsrechte abzuwerten und auszuhebeln. "Umweltrecht verhindert teure Fehlentscheidungen. Wenn Umweltprüfungen oder Schutzstandards geschwächt werden, entstehen am Ende oft höhere Kosten, etwa durch Hochwasserschäden, verschmutzte Gewässer oder den Verlust von Biodiversität", so Ekardt.