ThüringenBesondere Schätze zum Tag des offenen Denkmals in Thüringen

Am Wochenende öffnen viele besondere Orte zum Tag des offenen Denkmals. Auf welche Highlights sich Interessierte freuen können.
Erfurt (dpa/th) - Die Auswahl zum Tag des offenen Denkmals allein in Thüringen ist riesig: Fast 500 Punkte listet die Deutsche Stiftung Denkmalschutz für das Bundesland auf ihrer Website auf – darunter rund 150 Kirchen und andere Sakralbauten sowie 55 Burgen und Schlösser. Mit so viel Auswahl bieten sich auch Chancen, besondere historische Orte abseits der großen bekannten Stätten kennenzulernen. Eine kleine Auswahl besonderer Orte:
Eisenach
Mit dem "Schmalen Haus" eröffnet sich in der Wartburg-Stadt eine seltene Gelegenheit, eines der schmalsten Wohnhäuser Deutschlands zu besichtigen, wie es seitens der Stadt heißt. In der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde das Gebäude mit einer Außenwandbreite von 2,05 Metern und einer Länge von 10,05 und Höhe von 8,05 Metern erbaut. Der letzte Bewohner starb 2017. Drei Jahre später übernahm die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit der Denkmalstiftung Eisenach die Verantwortung für den Erhalt. Besucher sollten am Sonntag für die Besichtigung Geduld mitbringen: Weil nur wenige Menschen gleichzeitig ins nicht barrierefreie Haus können, kann es zu Wartezeiten kommen.
Saalfeld
Einen Einblick in die düstere Vergangenheit des heutigen Stadtarchivgebäudes können Besucher in Saalfeld gewinnen. In dem vermutlich seiner Form wegen "Hutschachtel" genannten turmartige Rundbau im Ratshaushof war einst ein Gefängnis untergebracht. Erbaut wurde das Gebäude zwischen 1857 und 1859. Unter anderem die Nationalsozialisten sperrten dort politische Gefangene ein.
Saale-Holzland-Kreis
Der idyllisch im Saale-Tal bei Kleineutersdorf nahe der Jagdanlage Rieseneck gelegene Herzogstuhl wirkt, als sei ein ganzes Fachwerkhaus oben auf einen Turm gesetzt worden. Das historische Jagdschloss wurde vor mehr als 100 Jahren erbaut und ist ein beliebtes Fotomotiv. Doch die Chance, das Innere des Gebäudes zu besichtigen besteht nicht immer. Am Herzogstuhl findet auch die Eröffnung des Tags des offenen Denkmals des Saale-Holzland-Kreises statt.
Nordhausen
Ein passendes Jubiläum kann die Nordhäuser Traditionsbrennerei feiern: Am Tag des offenen Denkmals vor 30 Jahren wurde sie als Museum über die Kornbrenntradition offiziell eröffnet. Die alte Brennerei aus rotem Backstein und mit Fachwerk ist 120 Jahre alt. Zu begutachten ist die alte Technik, etwa bei kostenlosen Führungen zum Thema Dampfmaschine. Wer auch eine entsprechende Schnapsverkostung mitmachen möchte, muss allerdings in die Tasche greifen.
Landkreis Altenburger Land:
Das frühere barocke große Herrenhaus in Langenleuba-Niederrhain ist nur noch zu einem Teil erhalten: 1838 wurde der Südflügel der auf den Resten einer mittelalterlichen Wasserburg erbauten Anlage abgerissen. Inzwischen hat sich ein Verein des "Halben Schlosses" angenommen und es konnte vor dem Einsturz bewahrt werden. Um das Gebäude zu erhalten, sind aber noch viele Schritte nötig. Beim Tag des offenen Denkmals geben Freiwillige Einblick in die Sanierungsfortschritte. Dazu kommt ein Programm mit Bastelangeboten, Basar und mehr.
Das ist noch interessant
Viele Veranstaltungen und Führungen zum Tag des offenen Denkmals sind kostenlos, aber nicht alle. In manchen Fällen kann eine Voranmeldung nötig, oder zumindest sinnig sein. Eine Übersicht über alle teilnehmenden Orte und die jeweiligen Bedingungen und Angebote gibt die Website zum Tag des offenen Denkmals. Für eine bessere Orientierung vor Ort bietet sich die offizielle kostenlose App für den Tag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz für die gängigen Smartphone-Betriebssysteme an. Manche Orte bieten spezielle Kinderprogramme an. Barrierefreiheit ist nicht immer gegeben.