ThüringenKartoffelernte in Thüringen schwächelt nach Hitzeperiode

Kein Thüringer Kloß ohne Kartoffel: Für die hiesige Küche ist die Knolle von Bedeutung. Muss der Appetit bei den Ernteaussichten gezügelt werden?
Heichelheim (dpa/th) - Hitze und Trockenheit haben auch den Kartoffeln auf den Thüringer Äckern zugesetzt. Bislang gehen Bauern und das Landwirtschaftsministerium von einem eher unterdurchschnittlichen Ertrag in diesem Jahr aus.
"Wir hatten im Sommer einen guten Start, aber durch die Hitzeperiode kam Stillstand ins Wachstum rein und dadurch sind die Erträge nicht auf dem Level, das es hätte geben können", sagte Dietmar Barthel, Vorsitzender des Fördervereins Heichelheimer Kartoffel, der sich für den Anbau der Knollen in Thüringen einsetzt.
Gerade im Vergleich zum Überangebot durch die besonders guten Erträge im Vorjahr zeichne sich ein etwas schwächeres Ergebnis in diesem Jahr ab. Verbraucher müssten sich aber nicht um ihre Sättigungsbeilagen auf dem Essensteller sorgen: "Es wird keine utopisch hohen Preise im Verkauf geben", so Barthel.
Regen gegen Qualitätsverluste
Für den weiteren Ernteverlauf sei etwa der Regen der vergangenen Tage nützlich: Denn wenn die Kartoffeln aus zu trockenem Boden geholt werden, sei die Gefahr größer, dass scharfkantige Erdklumpen diese verletzten und es so zu Qualitätsverlusten komme. Mache die Witterung mit, sollte die Erntehochzeit für die Kartoffelbauern in etwa 14 Tagen sein, so Barthels Schätzung.
Bei 25 Tonnen pro Hektar liegen die aktuellen Ernteprognosen von Landwirten und Ministerium mit Blick auf die nahrhafte Knolle. Bleibt es dabei, würde sich voraussichtlich eine Erntemenge von rund 41.000 Tonnen ergeben. Zum Vergleich: Im vergangenen sehr guten Kartoffeljahr waren es mehr als 38 Tonnen pro Hektar Ertrag bei einer Gesamterntemenge von rund 66.000 Tonnen. Damals lag der Hektarertrag auch über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre (2020-2025: rund 37 Tonnen pro Hektar).
Allerdings ist die diesjährige Anbaufläche nach Ministeriumsangaben im Vergleich zum Vorjahr um 5,4 Prozent auf 1.625 Hektar gesunken. Gleichzeitig war sie demnach aber größer als die durchschnittlichen Anbauflächen in den vergangenen fünf Jahren.
Auch die Erträge bei Weizen, Raps und anderen wichtigen Kulturen fielen vor allem aufgrund der Auswirkungen von Hitze und Trockenheit sowohl im Umfang als auch in der Qualität negativer aus als erhofft.