ThüringenMaier sieht Handlungsbedarf beim Zivilschutz

Nach Ansicht von Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) muss Deutschland mehr für den Zivil- und Bevölkerungsschutz tun. Wie das gelingen kann, hat er sich in Finnland angeschaut.
Erfurt (dpa/th) - Thüringens Innenminister Georg Maier sieht dringenden Handlungsbedarf beim Zivil- und Bevölkerungsschutz. Es sei in Ordnung, dass Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) bisher Schwerpunkte im Bereich Migration gesetzt habe, sagte der SPD-Politiker in Erfurt. "Aber es ist höchste Zeit, dass wir uns auch angesichts der geopolitischen Lage eben auch um das Thema Zivil- und Bevölkerungsschutz kümmern."
Ein gemeinsames Lagezentrum für den Bereich hybride Bedrohungen sei überfällig. "Das kommt jetzt und das ist auch gut so", sagte Maier. Es sei wichtig, ein Lagebild zu erstellen. Das betreffe beispielsweise Sabotageakte oder auch Drohnenüberflüge. "Wir müssen einfach wissen, was stattfindet und dann koordiniert dagegen vorgehen", sagte Maier.
Die Innenminister von Bund und Ländern treffen sich vom 17. bis 19. Juni in Hamburg und wollen dort auch über Zivil- und Bevölkerungsschutz sprechen.
Finnische Konzepte
Maier hatte sich vor einigen Wochen bei einer Reise nach Finnland dortige Konzepte zu dem Thema angesehen. Er sagte, dass in Finnland Kindern und Jugendlichen bereits in der Schule der Umgang mit Desinformationen gezeigt werde. Zudem gebe es eine große Akzeptanz für die Wehrpflicht.
Maier lobte auch Konzepte zu Schutzräumen für die Bevölkerung in Finnland. Diese Räume würden auch im Alltag genutzt, etwa als Sporträume. In der finnischen Hauptstadt Helsinki böten die Schutzräume für mehr Menschen Platz als dort lebten - wegen der Pendler. In Deutschland seien dagegen viele Schutzräume verloren gegangen, weil man nach dem Ende des Kalten Krieges glaubte, sie nicht mehr zu brauchen.