ThüringenMars-Mission: Sensoren aus Jena helfen beim Steuern

Thüringen hat eine lange Tradition bei der Produktion von Weltraumtechnik - vor allem eine Firma in Jena. Welchen Job ihre Technik bei der japanischen Mars-Mission hat.
Jena/Tanegashima (dpa/th) - Eine japanische Raumsonde mit dem deutsch-französischen Rover "Idefix" ist Richtung Mars aufgebrochen - und Sensoren aus Jena helfen ihr beim Navigieren im All. Zwei Stern-Sensoren des Thüringer Raumfahrtunternehmens Jena-Optronik sollen die Raumsonde zu den Marsmonden Phobos und Deimos geleiten. Sie tragen nach Unternehmensangaben zur exakten Ausrichtung und Navigation des Raumschiffs bei.
Jena-Optronik war nach eigenen Angaben ein wichtiger Zulieferer für die Mitsubishi Electric Corporation bei dem Projekt. Die Stern-Sensoren seien Teil des Lage- und Bahnsteuerungssystems. Die Rakete mit der Sonde und den Sensoren aus Jena war in der Nacht erfolgreich von Japans Weltraumbahnhof Tanegashima abgehoben.
Sensoren als "Auge" beim Navigieren
Die Stern-Sensoren von Jena-Optronik, die Optik mit Bildverarbeitung kombinieren und Sterne zur Orientierung nutzen, gehören zu den grundlegenden optischen Navigationssystemen in der Raumfahrt. Sie dienten quasi als Auges des Lageregulierungssystems der Raumsonde, so das Unternehmen.
Auf dem Marsmond Phobos soll ein vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der französischen Raumfahrtbehörde CNES entworfener Rover im Jahr 2029 aufsetzen werden. 2031 sollen dann mit einem Rückkehrmodul erstmals Proben von Phobos zur Erde gebracht werden.
Die Sensoren, die nur wenig Strom verbrauchten, erfassen nach Angaben von Jena-Optronik das die Sonde umgebende Sternenfeld und vergleichen es augenblicklich mit einem integrierten Sternenkatalog, um die exakte Ausrichtung des Flugkörpers im Raum zu bestimmen. Auch wissenschaftliche Instrumente seien auf eine sehr präzise Ausrichtung angewiesen, um genaue Daten von den Oberflächen der Marsmonde zu erfassen.
Jenaer Technik bei vielen Weltraummissionen dabei
Stern-Sensoren aus Jena hatten in diesem Jahr bereits bei der in den USA gestarteten Artemis-Mission zum Mond eine Rolle gespielt.
Jena-Optronik hat eine lange Tradition bei der Produktion von Systemen zur Lageregulierung von Satelliten, aber auch Raumschiffen. Diese geht bis in die DDR-Zeit zurück. Stern- sowie Rendezvous- und Dockingsensoren aus Jena waren bereits bei einer Vielzahl von Weltraummissionen dabei. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben bisher mehr als 450 Lageregelungssensoren verkauft, die weltweit in nationalen und internationalen Projekten eingesetzt werden. Jena-Optronik ist eine Tochter von Airbus Defence and Space.