Regionalnachrichten

ThüringenMinisterium: Engpass bei Schulplätzen in Gera überwunden

07.09.2026, 05:01 Uhr
image

Anders als in anderen Regionen Thüringens gab es in Gera zuletzt zu wenige Plätze für alle Kinder und Jugendliche, die dort in die Schule gehen wollten. Nun soll das Problem dahinter gelöst sein.

Gera/Erfurt (dpa/th) - Für jedes schulpflichtige Kind ein Schulplatz: Das war in Gera lange nicht der Fall, hat sich nun aber geändert. Allen Schülerinnen und Schülern in der Stadt sei Anfang September auch ein Schulplatz zugewiesen worden, sagte eine Sprecherin des Thüringer Bildungsministeriums der Deutschen Presse-Agentur.

Zwar könne es noch einige Tage dauern, bis die entsprechenden Zuweisungen an die jungen Menschen oder ihre Eltern übermittelt worden seien. Der Engpass, den es bei den Schulplätzen in Gera in den vergangenen Jahren gegeben habe, habe aber inzwischen aufgelöst werden können. Das strukturelle Problem sei behoben.

In Gera war die Lage im Bildungsbereich in den vergangenen Jahren im thüringenweiten Vergleich ziemlich einzigartig: Die Schülerzahlen dort waren deutlich angestiegen, nicht zuletzt, weil viele Flüchtlinge in die Stadt gekommen waren. Viele dieser Menschen hatten vor dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine dort Zuflucht gesucht. Hatte es im Schuljahr 2021/22 noch etwa 13.100 Schüler in der Stadt gegeben, war ihre Zahl bis zum Schuljahr 2025/2026 auf fast 14.500 gestiegen.

Zum Vergleich: In vielen anderen Regionen hat sich die Schülerzahl im gleichen Zeitraum kaum verändert. Im Landkreis Hildburghausen etwa pendelte die Schülerzahl zwischen dem Schuljahr 2021/22 und dem Schuljahr 2025/2026 um Werte zwischen etwa 6.300 und 6.400. Im Unstrut-Hainich-Kreis lag die Schülerzahl in diesem Zeitraum zwischen etwa 12.800 und etwa 13.000 Kindern und Jugendlichen.

Wie das Problem gelöst wurde

Deshalb hatte es in Gera in den vergangenen Jahren sogar Wartelisten für Schulplätze gegeben. "In Spitzenzeiten standen wir bei rund 90 bis 100 Plätze vor massiven Herausforderungen", sagte die Sprecherin des Bildungsministeriums. Insbesondere an den Regelschulen habe es in der Vergangenheit nicht immer sofort ausreichend Plätze für Schüler gegeben.

Einerseits hätten dort viele Menschen aus dem In- und Ausland unterrichtet werden müssen, die neu in die Stadt gekommen waren. Andererseits hätten diese Schulen auch Kinder aufnehmen müssen, die vom Gymnasium dorthin gewechselt waren.

Um so vielen Kindern wie möglich einen Platz an einer Schule bieten zu können - und damit auch die Schulpflicht umsetzen - zu können, sind in Gera zuletzt mehrere Dinge geschehen. Einmal seien die Klassenstärken zumindest temporär immer wieder erhöht worden, so die Ministeriumssprecherin. Außerdem sei ein weiterer Schulteil neu gegründet worden, um zusätzliche Kapazitäten zu schaffen. Im Einzelfall seien Kinder und Jugendliche auch in Schulen in umliegenden Kommunen geschickt worden.

Quelle: dpa

Regionales