ThüringenNeues Forschungszentrum für Mikroorganismen in Jena eröffnet

An der FSU geht es exzellent weiter - mit einem Neubau. Dieser ist das Herzstück eines der disziplinübergreifenden Forschungsprojekte, die als Exzellenzcluster gefördert werden.
Jena (dpa/th) - Drei Tage nach der Bekanntgabe zur künftigen Förderung als Exzellenzuniversität hat die Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) ein neues Forschungszentrum eröffnet. Das Microverse Center Jena soll nach Angaben der Hochschule zentraler Ort für Forschung und Austausch des Exzellenzclusters "Balance of the Microverse" sein.
Das Gebäude bietet demnach Platz für rund 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die zuvor an verschiedenen Standorten in der Stadt arbeiteten. Bei der feierlichen Eröffnung waren unter anderem Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) und Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) dabei.
Die Förderung für zwei disziplinübergreifende Forschungsprojekte - die sogenannten Exzellenzcluster - ist eine der Voraussetzungen, dass sich Hochschulen um den Exzellenzstatus bewerben können. Die Uni hatte im Mai 2025 zum zweiten Mal die Förderung für jenes Exzellenzcluster erhalten, in dem es um die Forschung an Mikroorganismen geht. Neu hinzu kam "Imaginamics. Practices and Dynamics of Social Imagining". Nach Angaben der Hochschule soll dafür auch einiger Bau entstehen. Geplant sei, dass ein historisches Gebäude der Universität saniert und erweitert werde.
Am Freitag hatte Bär in Bonn bekanntgegeben, dass unter anderem die Uni Jena künftig als Exzellenzuniversität gefördert wird. Bundesweit standen Neuanträge von elf Universitäten und Verbünden für fünf neue Exzellenzstandorte zur Auswahl. Die Förderung beginnt am 1. Januar 2027.
Ort für Zusammenarbeit und Austausch
Die Auszeichnung als Exzellenzuniversität sei eine große Anerkennung für die Hochschule und für das, was dort geleistet werde, sagte der Präsident der FSU, Andreas Marx. "Mit dem Microverse Center geben wir dieser exzellenten Forschung nun einen Ort, der neue Möglichkeiten für Zusammenarbeit, Austausch und neue Ideen eröffnet", sagte er. Thüringens Wissenschaftsminister Christian Tischner (CDU) betonte, dass die Forschenden mit dem Zentrum einen auf ihre Anforderungen zugeschnittenen Ort bekämen.
Erforscht werden demnach mikrobielle Gemeinschaften und die Frage nach ihrem Gleichgewicht. Beteiligt seien Forscherinnen und Forscher aus den unterschiedlichsten Bereichen - von Biowissenschaften, Chemie und Physik bis hin zu Geowissenschaften, Medizin und Informatik.
Der rund 5.000 Quadratmeter große Neubau umfasst nach Angaben der FSU Labore sowie Büro-, Kommunikations- und Konferenzbereiche. Insgesamt wurden 55,6 Millionen Euro investiert. Davon trug das Land Thüringen 27,8 Millionen Euro, der Bund 20,6 Millionen und die Universität 7,2 Millionen Euro.