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Thüringen Nur wenige Anträge für Geld aus dem Digitalpakt in Thüringen

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Mit Millionen vom Bund soll in den Bundesländern die Digitalisierung von Schulen Fahrt aufnehmen. In Thüringen hakt es aber beim Abruf der Gelder. Nur wenige Anträge gingen bislang ein.

Erfurt (dpa/th) - Die Auszahlung des Geldes aus dem Digitalpakt von Bund und Ländern kommt nur langsam voran. Das geht aus aktuellen Daten des Thüringer Bildungsministeriums hervor. Demnach seien bislang insgesamt neun Anträge für Geld aus dem Digitalpakt eingegangen, wie das Ministerium auf Anfrage mitteilte. Über den Digitalpakt von Bund und Ländern fließen bis 2024 rund 132 Millionen Euro vom Bund nach Thüringen. Weitere rund 15 Millionen Euro will das Land als Kofinanzierung beisteuern.

Mit dem Geld soll die Digitalisierung an den Schulen vorangebracht werden. Für alle Bundesländer stehen dafür seit Mai vergangenen Jahres rund fünf Milliarden Euro bereit.

Den Daten des Thüringer Bildungsministeriums zufolge wurden im Freistaat bisher vier Anträge bewilligt, die Schulen betreffen. Sie umfassen ein Volumen von insgesamt rund 2,83 Millionen Euro, wie ein Sprecher des Bildungsministeriums sagte. Insgesamt gebe es acht Anträge von Schulträgern. Hinzu kommt ein bereits bewilligter Antrag vom Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM), der auf die Einführung der Thüringer Schulcloud abzielte und rund 300 000 Euro umfasste.

Laut Sprecher des Ministeriums sind die meisten Thüringer Schulen noch in der "Phase der Konzepterarbeitung, die Voraussetzung für die Beantragung und den Abruf der Mittel ist". Die Anträge für das Geld kommen aber von den Schulträgern - in Thüringen sind das meist die Landkreise.

Der Kreis Gotha etwa beantragte insgesamt rund zwei Millionen Euro Fördergeld gleich für neun Schulen. In allen Schulen soll die IT-Basisinfrastruktur ertüchtigt werden - zum Beispiel die Ausstattung mit WLAN. Nach Angaben des Sprechers müssen die Landkreise ihre Anträge aber nicht gebündelt für ihre Schulen einreichen, sondern können auch jeweils mehrere Anträge stellen.

Die Mittel aus dem Digitalpakt sind laut Ministerium vor allem für die Verbesserung der Basisinfrastrukturen gedacht. Besonders der Aufbau oder die digitale Vernetzung von Schulgebäuden und Schulgeländen werde gefördert. Ist die Infrastruktur vorhanden, können auch andere Geräte gefördert werden - zum Beispiel interaktive Tafeln oder andere digitale Arbeitsgeräte. Laut Ministerium soll die Auszahlung der Mittel schnellstmöglich erfolgen.

Im Zuge der Schulschließungen wegen der Corona-Pandemie hatte das Bildungsministerium eine digitale Lernplattform für alle Schulen in Thüringen geöffnet, die bislang nur für 25 Schulen im Rahmen eines Pilotprojektes zugänglich war. Die Thüringer FDP-Fraktion forderte das Ministerium auf, "noch stärker als bislang alle Möglichkeiten für die Einbindung digitaler Lernplattformen zu nutzen". Es biete sich jetzt die Chance, digitales und dezentrales Lernen in die Praxis umzusetzen", erklärte die bildungspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Franziska Baum. Sie warb dafür, auch auf Lernplattformen anderer Anbieter zurückzugreifen.

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