ThüringenÖPNV-Warnstreik - hier fahren trotzdem Busse und Bahnen

Für drei Tage ruft die Gewerkschaft Verdi zum Warnstreik im Thüringer Nahverkehr auf. Das müssen Fahrgäste in den betroffenen Regionen jetzt wissen.
Erfurt (dpa/th) - Im öffentlichen Nahverkehr in Thüringen kommt es von Montag bis Mittwoch wieder zu erheblichen Einschränkungen. Die Gewerkschaft Verdi ruft erneut zu Warnstreiks in etlichen Städten und Regionen auf. Mancherorts wurden jedoch Notfahrpläne eingerichtet, und in einigen Regionen hat der Streikaufruf keine Auswirkungen. So sieht es vor Ort aus:
Erfurt
In der Landeshauptstadt sollen laut EVAG alle Stadtbahnen von frühmorgens bis abends um 21.00 Uhr weiter im Halbstundentakt fahren. Durch versetzte Fahrtzeiten sollen Fahrgäste damit auf den Hauptachsen Kranichfelder Straße, Magdeburger Allee und Nordhäuser Straße rund alle 15 Minuten eine Bahn nutzen können. Unter anderem durch Großzüge soll mehr Kapazität geschaffen werden. Auch ausgewählte Buslinien fahren weiter. Der Schülerverkehr aber sei komplett von Ausfällen betroffen.
Jena und Saale-Holzland-Kreis
In Jena sind alle Stadtbus-, Regionalbus- und Straßenbahnlinien sowie der Schülerverkehr vom Streik betroffen, wie die Stadtwerke mitteilten. In der Stadt werden Sammel-Taxi-Fahrten weiter angeboten. Außerdem könnten die Busfahrten auf den Linien 16 und 28 weiter bedient werden, wenn sich die Beschäftigten der PVG Weimarer Land wie letztes Mal nicht am Warnstreik beteiligen. Auch die Fahrten auf den Linien 47 und 48 werden weiter bedient - hier sind die Unternehmen nicht vom Streikaufruf betroffen. Im Saale-Holzland-Kreis kann auf einigen Buslinien ein zumindest eingeschränktes Fahrtangebot aufrechterhalten werden.
Gera
In Gera soll laut GVB ein eingeschränkter Notfahrplan eingerichtet werden. Auf der Straßenbahnlinie 3 und der Buslinie 17 sollen jeweils zwei Fahrten pro Stunde im Zeitraum von 06.00 bis 18.00 Uhr angeboten werden. Es komme aber auf die Streikbeteiligung an, ob das klappe. Daher könnten die Fahrtzeiten nicht vorab veröffentlicht werden. Ob die Bahn oder der Bus tatsächlich fahren, können Fahrtgäste an den Informationssystemen an den Haltestellen sehen.
Weimar
In Weimar wird laut Stadtwirtschaft ebenfalls ein eingeschränktes Verkehrsangebot vorbereitet. Ziel sei es, vorrangig den Schülerverkehr abzusichern. Die Linien 1 und 7 sollen ab 04.30 Uhr in einem 30-Minuten-Takt fahren, ab 05.00 Uhr dann auch die Linien 2, 5 und 8. Für die Linien 4 und 6 ist ein stündlicher Takt geplant. Des Weiteren ist für die Linie 3 ein 90-Minuten-Takt vorgesehen. Voraussichtlich ab 6.45 Uhr soll die Linie 9 in einem 120-Minuten-Takt verkehren. Welche Fahrten wirklich stattfinden können, hänge von der Streikbeteiligung ab.
Kyffhäuser- und Unstrut-Hainich-Kreis
Die Regionalbus- und Stadtbusgesellschaft will ein eingeschränktes Angebot aufrechterhalten. In Mühlhausen verkehren die Stadtbusse demnach planmäßig. Auch die Stadtbuslinien in Sondershausen werden vollständig bedient. Für die Regionalbuslinien im Raum Mühlhausen, Bad Langensalza und Sondershausen gibt es einen Notfahrplan, den das Unternehmen auf seiner Homepage veröffentlicht hat.
Kaum Auswirkungen in Nordhausen, Weimarer Land und Gotha
In Nordhausen gehen die Verkehrsbetriebe davon aus, dass der Warnstreik keine Auswirkungen auf den Straßenbahn- und Busverkehr sowie im Schülerverkehr haben wird. Auch die Thüringer Waldbahn und Straßenbahn Gotha teilte mit, dass die Straßenbahnen regelmäßig fahren. Im Weimarer Land warnt die Personenverkehrsgesellschaft (PVG) zwar vor Ausfällen, die auch den Schülerverkehr betreffen könnten. Beim vergangenen Ausstand Ende waren die Beschäftigten dort dem Streikaufruf aber nicht gefolgt.
Nicht bestreikt werden etwa auch die Deutsche Bahn und private Nahverkehrsunternehmen. Regional- oder Fernzüge fahren daher nach Plan.