ThüringenPolitologe: Letzte Gelegenheit für Mario Voigt

Kurz vor einer von der AfD beantragten Abstimmung über eine Landtagsauflösung gibt Mario Voigt bekannt, dass er den Entzug seines Doktortitels akzeptiert. Was ein Experte von diesem Zeitpunkt hält.
Erfurt (dpa/th) - Der Bochumer Politikwissenschaftler Oliver Lembcke hält den Zeitpunkt für gut, an dem Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) den Rechtsstreit um seinen Doktortitel beendet hat. "Die Partei wird es ihm danken, definitiv", sagte Lembcke der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Man habe Voigt förmlich ansehen können, dass es ihm schwergefallen sei. Die Entscheidung zeitlich in Kontrast zum AfD-Antrag zur Auflösung des Landtags zu treffen, sei aber für ihn von Vorteil gewesen.
"Ich finde, man kann relativ stark merken, dass das Spektakel-Politik seitens der AfD ist", sagte Lembcke. In dieser Situation habe Voigt gezeigt: "Der eine meint es ernst, meint es der andere auch ernst?", so Lembcke.
Zugleich war der Zeitpunkt nach Einschätzung des Politologen recht spät gewählt. "Das war die letzte Gelegenheit, danach wäre es definitiv nicht mehr gegangen", sagte Lembcke. Für Voigt sei es ein Versuch, Glaubwürdigkeit wiederzugewinnen. "Das scheint mir nicht chancenlos zu sein."