ThüringenUrteil in Missbrauchprozess gegen Lehrer erwartet

Ein Lehrer gesteht, Schülerinnen missbraucht zu haben. Er bestreitet aber Vergewaltigungsvorwürfe. Wie wird das Gericht in dem Verfahren urteilen?
Erfurt (dpa/th) - Der Prozess gegen einen Lehrer wegen Missbrauchs von Schülerinnen eines Erfurter Gymnasiums geht zu Ende: Am Landgericht Erfurt soll heute (11.00 Uhr) ein Urteil fallen.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem heute 58-Jährigen vor, von März 2013 bis April 2025 dutzendfach drei Schülerinnen sexuell missbraucht und eine von ihnen in zwei Fällen vergewaltigt zu haben. Die Betroffenen sollen zu Beginn der jeweiligen Taten 15 beziehungsweise 16 Jahre alt gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft beantragte eine Gesamtfreiheitsstrafe von sieben Jahren.
Der damalige Musik- und Religionslehrer hat den Missbrauch weitgehend eingeräumt. Unter anderem den Vergewaltigungsvorwurf bestreitet er aber. Seine Verteidigung plädiert auf eine Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren. Die drei jungen Frauen nehmen als Nebenklägerinnen am Prozess teil.
Ende Oktober vergangenen Jahres hatte das Landgericht Erfurt bereits einen anderen Lehrer des Gymnasiums wegen des jahrelangen sexuellen Missbrauchs einer Schülerin zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Der Schulleiter räumte nach dem Missbrauchsskandal zum 1. Dezember seinen Posten.