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ThüringenWeniger Krankschreibungen wegen Atemwegsinfekten

24.07.2026, 11:16 Uhr
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Der Krankenstand ist derzeit politisch heiß diskutiertes Thema. Wie hat er sich in Thüringen entwickelt?

Erfurt (dpa/th) - Krankschreibungen wegen Atemwegserkrankungen sind in Thüringen nach Angaben von Krankenkassen in diesem Jahr zurückgegangen. Bei der DAK sorgten Husten, Schnupfen, grippale Infekte, Influenza, Corona und Co. im ersten Halbjahr für 2,01 Krankheitstage je Beschäftigten, wie die Kasse mitteilte. In den ersten sechs Monaten 2025 waren es 2,6 Fehltage. Eine ähnliche Entwicklung beobachten Barmer und Techniker Krankenkasse (TK).

Die Barmer registrierte im ersten Halbjahr je Versicherten im Schnitt 2,1 Krankheitstage wegen Atemwegsinfekten. In den ersten sechs Monaten 2025 seien es 2,8 Tage gewesen, hieß es von der Kasse auf Anfrage. Nahezu identische Zahlen verzeichnete die TK. Hintergrund: 2025 hatte eine schwere Grippewelle für volle Arztpraxen und einen massiven Anstieg der Fehltage wegen Atemwegserkrankungen geführt. In diesem Jahr verlief die Grippesaison weniger heftig.

Das wirkte sich unterschiedlich auf den Krankenstand insgesamt aus. Er ging bei TK-versicherten Erwerbstätigen im Vergleichszeitraum von 5,9 auf 5,7 Prozent zurück, bei Barmer-Versicherten von 7,1 auf 6,3 Prozent. Die DAK meldete wiederum von Januar bis Ende Juni einen minimalen Anstieg auf 6,1 Prozent. Das bedeutet, dass an jedem Tag in diesem Zeitraum durchschnittlich 61 von 1.000 Beschäftigten krankheitsbedingt ausgefallen sind (2025: 60 von 1.000).

Anstieg bei psychischen Erkrankungen

Thüringer DAK-Versicherte waren im ersten Halbjahr im Schnitt etwa 10 Tage krankgeschrieben. Die Dauer variiert dabei je nach Erkrankung stark. Während Atemwegsinfekte mit sechs Tagen Krankschreibung verbunden waren, fielen Erwerbstätige mit psychisch bedingten Krankschreibungen - etwa wegen Depressionen, Ängsten und Burn-out - durchschnittlich 31,5 Tage aus. Bei Barmer-Versicherten dauerten krankheitsbedingte Ausfälle im ersten Halbjahr im Schnitt 11,5 Tage.

Die DAK hatte für die Analyse wurden die Daten von 46.600 erwerbstätigen Versicherten in Thüringen ausgewertet. Die Kasse hat im Freistaat insgesamt rund 130.000 Versicherte. Bei der Barmer sind rund 185.000 Thüringer versichert, bei der TK 135.000.

Schwarz-rote Koalition will Krankschreibungen erschweren

Die vorgelegten Zahlen fallen in eine Zeit, in der die schwarz-rote Koalition im Bund Krankschreibungen erschweren will. So soll die verpflichtende Vorlage einer ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung schon ab dem ersten Krankheitstag zur gesetzlichen Regel werden - statt wie bisher am vierten Tag, wobei Arbeitgeber schon eine frühere Vorlage verlangen können. In Firmen sollen abweichende Regeln vereinbart werden können. Wegfallen soll zudem die Möglichkeit zu telefonischen Krankschreibungen ohne extra Praxisbesuch.

Die Pläne sind umstritten. Eine Analyse des Dachverbandes der Betriebskrankenkassen (BKK) hatte kürzlich ergeben, dass nicht kurze Erkältungen, sondern lange schwere Krankheiten die großen Kostentreiber für gesetzliche Krankenversicherungen sind. Bei Arbeitsunfähigkeit greift zunächst die Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber, ab der siebten Krankheitswoche zahlen die Kassen Krankengeld.

Quelle: dpa

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