Kreditkarten-VergleichAmerican Express Business Platinum Card vs. Business Gold Card

Zwischen der American Express Business Gold Card und der Business Platinum Card liegt preislich ein großer Unterschied. Welche Karte passt zu welchem Unternehmen?
Geschäftsausgaben bündeln, Mitarbeiter mit eigenen Karten ausstatten und gleichzeitig Punkte sammeln: Sowohl die American Express Business Gold Card als auch die Business Platinum Card richten sich an Selbstständige und Unternehmen. Beide Karten bieten zudem ein verlängertes Zahlungsziel und verschiedene Extras für Geschäftsreisen.
Beim Preis trennen die beiden Modelle allerdings Welten. Während die Business Gold Card im ersten Jahr beitragsfrei ist und anschließend 175 Euro jährlich kostet, werden für die Business Platinum Card 850 Euro pro Jahr fällig. Entscheidend ist deshalb, ob die zusätzlichen Funktionen und Guthaben der Platinum Card den Aufpreis im jeweiligen Unternehmen rechtfertigen.
Business Gold Card oder Platinum Card: Die wichtigsten Unterschiede
Die Gemeinsamkeiten sind zunächst größer, als es der Preisunterschied vermuten lässt. Bei beiden Karten ist die Teilnahme am Membership Rewards Programm enthalten, zudem gibt es Reiseversicherungen und bis zu 99 Zusatzkarten. Die Platinum Card legt vor allem bei Guthaben, Zahlungsziel und Geschäftsreisen deutlich nach.
Die wichtigsten Leistungen der Business Gold Card:
Bis zu 50 Tage Zahlungsziel
Bis zu 99 Mitarbeiterkarten inklusive
100 Euro Dell-Guthaben pro Jahr
Reisekomfort-, Auslandskranken-, Verkehrsmittelunfall- sowie Mietwagenversicherung
SIXT ONE Gold Status
Bis zu 35 Prozent Nachlass auf einen Priority Pass
Aktuell 50.000 Membership Rewards Punkte als Willkommensbonus nach 10.000 Euro Kartenumsatz in sechs Monaten
Hinweis: Die Konditionen von Finanzprodukten können sich schnell ändern. Sollte sich etwa der Bonus von dem hier angegebenen unterscheiden, hat der Anbieter ihn nach Veröffentlichung des Artikels angepasst.
Die wichtigsten Leistungen der Business Platinum Card:
Bis zu 58 Tage Zahlungsziel
Bis zu 99 Zusatzkarten inklusive
Zahlreiche Guthaben für Reisen, Mobilität und Business-Services
Priority Pass für Haupt- und Zusatzkarteninhaber
Hotel- und Mietwagenstatus (z. B. Radisson Rewards Premium Status, Hilton Honors Gold Status und Sixt Platinum Card)
Reisekomfort-, Auslandskranken-, Reisegepäck- sowie Mietwagen-Versicherung, Reiseabbruch- und Reiserücktrittskosten-Versicherung, Reise-Unfallversicherung, Privathaftpflicht- und Prozesskosten-Versicherung (Individuelle Bedingungen sind zu berücksichtigen.)
Automatisierte Belegverarbeitung mit GetMyInvoices
Aktuell bis zu 200.000 Membership Rewards Punkte als Willkommensbonus nach 15.000 Euro Kartenumsatz in sechs Monaten
Beim Preis gewinnt die Business Gold Card deutlich
Wer in erster Linie eine Firmenkreditkarte für laufende Geschäftsausgaben sucht, bekommt mit der Business Gold Card bereits viele der zentralen Funktionen des teureren Modells. Der Einstieg wird besonders einfach gemacht: Im ersten Jahr entfällt das Kartenentgelt komplett. Anschließend werden 175 Euro pro Jahr fällig.
Bei der Business Platinum Card sind es dagegen 850 Euro jährlich. Gegenüber der regulären Jahresgebühr der Gold Card beträgt der Aufpreis damit 675 Euro. Dieser Unterschied lässt sich vor allem dann rechtfertigen, wenn die zusätzlichen Guthaben und Reise-Extras der Platinum tatsächlich regelmäßig eingesetzt werden.
Platinum Card bietet deutlich mehr Guthaben
Die enthaltenen Guthaben zählen zu den Stärken der Business Platinum Card.
Unter anderem stehen jährlich jeweils bis zu 300 Euro Guthaben für Office Club und eBuero zur Verfügung.
Hinzu kommen beispielsweise 200 Euro für SIXT ride, 240 Euro für SIXT+ Auto Abo, 100 Euro Restaurantguthaben bei ausgewählten Restaurants sowie 200 Euro Online-Reiseguthaben bei Buchungen über das American Express Online-Reiseportal.
Damit kann der Gegenwert der enthaltenen Guthaben die Jahresgebühr auf dem Papier zwar übersteigen, entscheidend ist allerdings die tatsächliche Nutzung. Ein Guthaben ist nur dann einen entsprechenden Betrag wert, wenn der jeweilige Service ohnehin benötigt wird. Zudem gelten jeweils eigene Bedingungen und Einschränkungen.
Die Business Gold Card ist hier wesentlich schlanker ausgestattet.
Sie bietet 100 Euro Dell-Guthaben pro Jahr, aufgeteilt auf zwei Halbjahre.
Für Unternehmen, die mit Co-Working-, Mobilitäts- oder Reiseguthaben wenig anfangen können, kann gerade das einfachere Paket trotzdem die wirtschaftlichere Wahl sein.
Zahlungsziel: Acht Tage mehr mit der Platinum Card
Ein interessantes Merkmal beider Firmenkarten ist das verlängerte Zahlungsziel:
Bei der Business Gold Card sind je nach Zeitpunkt der Ausgabe bis zu 50 Tage möglich.
Die Platinum Card erhöht diesen Zeitraum auf maximal 58 Tage.
Dadurch können Ausgaben bereits bezahlt werden, während das Geld länger auf dem Firmenkonto bleibt. Das kann beispielsweise interessant sein, wenn Waren, Flüge oder andere Betriebsausgaben vorfinanziert werden müssen und die dazugehörigen Kundenzahlungen erst später eingehen. Der Unterschied von acht Tagen allein dürfte den hohen Aufpreis der Platinum Card allerdings für die wenigsten Unternehmen rechtfertigen.
Für Geschäftsreisen ist die Platinum klar stärker
Deutlicher fällt der Unterschied beim Reisen aus. Die Business Gold Card bringt bereits ein Versicherungspaket mit:
Dazu gehören unter anderem eine Auslandskrankenversicherung, eine Reisekomfortversicherung sowie eine Mietwagen-Vollkasko-Versicherung.
Außerdem gibt es den SIXT ONE Gold Status und einen Nachlass von bis zu 35 Prozent auf einen Priority Pass. Ein kostenloser Lounge-Zugang gehört jedoch nicht zum Paket.
Die Business Platinum Card richtet sich wesentlich stärker an Geschäftsreisende.
Das Versicherungspaket fällt umfangreicher aus und beinhaltet u. a. auch eine Reiseabbruch- und Reiserücktrittskosten-Versicherung. Damit die Versicherungen greifen, ist es in der Regel notwendig, dass die Reise komplett mit der Platinum Card bezahlt wird.
Außerdem erhalten berechtigte Karteninhaber über die American Express Global Lounge Collection und den Priority Pass Zugang zu zahlreichen Airport-Lounges.
Dazu kommen Statusangebote bei ausgewählten Hotel- und Mietwagenpartnern sowie Extras bei berechtigten Condor-Flügen. Ab Oktober 2026 kommt außerdem sechsmal jährlich ein "Lounge on the Go"-Guthaben von jeweils 20 Euro an teilnehmenden Standorten in Frankfurt und München hinzu.
Wer nur wenige Male im Jahr geschäftlich unterwegs ist, dürfte diese zusätzlichen Extras kaum vollständig ausschöpfen. Bei regelmäßigen Flugreisen kann die Rechnung dagegen ganz anders aussehen.
Membership Rewards gibt es bei beiden Karten
Wer Membership Rewards Punkte sammeln möchte, muss nicht zwangsläufig zur teureren Platinum Card greifen. Auch bei der Business Gold Card ist die Teilnahme am Bonusprogramm enthalten. Für qualifizierte Kartenumsätze werden Punkte gutgeschrieben, die sich unter anderem zu verschiedenen Vielfliegerprogrammen übertragen oder für andere Prämien einsetzen lassen. Dabei gelten je nach Partner unterschiedliche Umrechnungsverhältnisse, die American Express auf seiner Website ausweist.
Deutlich auseinander liegen die Karten aktuell beim Willkommensbonus.
Für die Business Gold Card gibt es derzeit 50.000 Membership Rewards Punkte, wenn innerhalb der ersten sechs Monate mindestens 10.000 Euro Kartenumsatz erreicht werden.
Bei der Business Platinum Card fällt der mögliche Startbonus mit bis zu 200.000 Membership Rewards Punkten deutlich höher aus. Dafür ist auch der notwendige Mindestumsatz mit 15.000 Euro deutlich höher.
Gerade Unternehmen, die ohnehin hohe Beträge über ihre Firmenkreditkarte abrechnen, können deshalb stärker vom Platinum-Angebot Gebrauch machen. Es lohnt sich hingegen nicht, extra Ausgaben zu tätigen, um den Mindestumsatz zu erreichen.
Beide Karten eignen sich auch für größere Teams
Beim Thema Mitarbeiterkarten liegen Business Gold Card und Business Platinum Card wieder näher beieinander. Mit beiden Modellen können bis zu 99 Zusatzkarten ausgegeben und Geschäftsausgaben dadurch zentral gebündelt werden.
Bei der Business Platinum sind eine Business Platinum Zusatzkarte und bis zu 98 Business Gold Zusatzkarten inklusive. Damit kann das teurere Modell besonders für Unternehmen interessant sein, in denen neben dem Hauptkarteninhaber eine weitere Person das umfangreichere Platinum-Paket nutzen soll.
Bei der Business Gold Card können bis zu 99 Business Gold Card Zusatzkarten mit individuellen Ausgabelimits beantragt werden. Die damit getätigten Umsätze fließen ebenfalls in das gemeinsame Membership Rewards-Punktekonto ein.
Die Schwächen teilen sich Gold und Platinum
Der Aufpreis zur Business Platinum Card beseitigt zwei grundsätzliche Nachteile von American Express nicht. Bei Zahlungen in Fremdwährungen fallen bei beiden Modellen zwei Prozent Gebühr an. Auch am Bargeldautomaten werden vier Prozent (mindestens fünf Euro) des abgehobenen Betrags fällig.
Hinzu kommt die Akzeptanz: Visa und Mastercard werden insbesondere bei kleineren Händlern häufiger angenommen als American Express. Unternehmen, die auch im Ausland möglichst flexibel bezahlen möchten, können daher ergänzend eine Visa- oder Mastercard nutzen.
Business Gold oder Business Platinum: Welche Karte passt besser?
Die Business Gold Card ist vor allem interessant für:
Selbstständige, Freiberufler und kleinere Unternehmen
Unternehmen mit überschaubarem Reiseaufkommen
Firmen, die mehrere Mitarbeiterkarten benötigen
Nutzer, die Membership Rewards Punkte sammeln möchten
Preisbewusste Geschäftskunden, die auf umfangreiche Lounge- und Reise-Extras verzichten können
Die Business Platinum Card passt eher zu:
Unternehmen mit hohen laufenden Kartenausgaben
Selbstständigen und Unternehmern mit vielen Geschäftsreisen
Firmen, die Lounge-Zugänge regelmäßig nutzen
Unternehmen, die mehrere der enthaltenen Guthaben ohnehin ausschöpfen würden
Nutzern, für die bis zu 58 Tage Zahlungsziel interessant sind
Firmen, die Hotel-, Mietwagen- und weitere Reise-Extras regelmäßig einsetzen
Unterm Strich ist die Business Gold Card die deutlich günstigere Allround-Lösung. Sie deckt bereits viele typische Anforderungen an eine Firmenkreditkarte ab und bietet mit Zusatzkarten, Reiseversicherungen und verlängertem Zahlungsziel ein vergleichsweise breites Paket.
Die Business Platinum Card ist dagegen kein einfaches Upgrade für jeden Geschäftskunden. Ihre 850 Euro Jahresgebühr rechnen sich vor allem dann, wenn Geschäftsreisen zum Alltag gehören, hohe Kartenumsätze anfallen und mehrere der enthaltenen Guthaben tatsächlich genutzt werden.
Alternative für Meilensammler: Miles & More Gold Credit Card Business
Wer bei einer Firmenkreditkarte vor allem Meilen für das Miles-&-More-Programm sammeln möchte, findet mit der Miles & More Gold Credit Card Business eine weitere Alternative. Die Mastercard kostet 11,50 Euro monatlich beziehungsweise 138 Euro im Jahr und liegt damit preislich sogar unter der regulären Jahresgebühr der American Express Business Gold Card.
Anders als bei Membership Rewards werden die Kartenumsätze direkt mit Miles-&-More-Prämienmeilen belohnt. Das macht das Modell insbesondere für Unternehmen und Selbstständige interessant, die ihre geschäftlichen Ausgaben gezielt für Lufthansa-Prämienflüge und andere Miles-&-More-Prämien einsetzen möchten.
138 Euro Jahresgebühr
1 Euro Kartenumsatz = 1 Miles-&-More-Prämienmeile
Bis zum 31.12.2026: 4.000 Meilen und 40 Points Willkommensbonus
Reise-Versicherungspaket inklusive
Fazit: Gold reicht für viele – Platinum lohnt sich vor allem für Vielreisende
Zwischen 175 und 850 Euro Jahresgebühr liegt ein erheblicher Unterschied. Für viele Selbstständige und kleinere Unternehmen dürfte deshalb die Business Gold Card das ausgewogenere Paket bieten. Sie ermöglicht das Sammeln von Membership Rewards Punkten, bietet bis zu 99 Zusatzkarten, Reiseversicherungen und bis zu 50 Tage Zahlungsziel.
Die Business Platinum Card spielt ihre Stärken dagegen vor allem bei häufigen Geschäftsreisen und hohen betrieblichen Ausgaben aus. Lounge-Zugänge, zahlreiche Guthaben, bis zu 58 Tage Zahlungsziel und weitere Reise-Extras können den Aufpreis rechtfertigen – allerdings nur, wenn ein großer Teil davon tatsächlich genutzt wird.