Kreditkarten-TrickMerkels Regierungsjet zu teuer? Luxusfliegen geht auch für 600 Euro

Angela Merkels ehemaliger Regierungsjet steht aktuell zum Verkauf. Wer ein luxuriöses Flugerlebnis sucht, kann mit der richtigen Strategie allerdings schon für rund 600 Euro fündig werden.
Ein eigener Regierungsjet mit Lounge, Konferenzraum und Dusche? Angela Merkels ehemaliger Airbus steht derzeit bei Jetcraft zum Verkauf – allerdings ohne gelisteten Preis. Ganz so tief müssen Reisende für ein luxuriöses Flugerlebnis allerdings nicht in die Tasche greifen: Mit Kreditkartenpunkten ist sogar ein Flug in der ausgezeichneten Business Class von Qatar Airways für rund 600 Euro möglich.
Regierungsflieger von Angela Merkel steht zum Verkauf
Wer schon immer einmal wie eine Bundeskanzlerin reisen wollte, bekommt gerade die Gelegenheit dazu. Der US-Flugzeughändler Jetcraft bietet einen ganz besonderen Airbus A340-300 zum Verkauf an: Die im Jahr 2000 gebaute "Theodor Heuss" gehörte einst zur Flugbereitschaft der Bundeswehr und brachte unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Bundespräsidenten zu Terminen rund um die Welt.
Bescheiden geht es an Bord nicht gerade zu. Die Maschine ist für insgesamt 145 Passagiere ausgelegt und besitzt im vorderen Teil unter anderem eine Executive Suite, einen Konferenzraum für zwölf Personen und eine Lounge. Hinzu kommen 24 Business-Class- sowie 94 Economy-Sitze und sogar eine Dusche. Mit einer Reichweite von mehr als 7.000 nautischen Meilen – umgerechnet fast 13.000 Kilometern – ist der ehemalige Regierungsflieger auch für Langstrecken ausgelegt.
Was kostet Merkels ehemaliger Regierungsflieger?
Einen Preis schreibt Jetcraft nicht ans Flugzeug: Interessenten müssen ihn beim Händler erfragen. Einen Anhaltspunkt gibt allerdings die Vergangenheit. Der vorherige Eigentümer bot den Airbus 2024 für acht Millionen US-Dollar im damaligen Zustand an. Für zwölf Millionen Dollar sollte die Maschine inklusive umfangreicher Wartungsarbeiten und neuer Lackierung den Besitzer wechseln. Jetcraft wirbt aktuell ebenfalls damit, den Airbus mit frischen C- und D-Checks sowie neuer weißer Außenlackierung auszuliefern.
Und damit ist es mit den Kosten natürlich noch lange nicht getan: Vier Triebwerke wollen betankt, ein Flugzeug gewartet und eine Crew bezahlt werden. Für die meisten dürfte deshalb selbst ein gebrauchter Regierungsjet das Reisebudget leicht sprengen. Die gute Nachricht: Es gibt schon deutlich günstigere Möglichkeiten, ausgesprochen luxuriös ans Ziel zu kommen.
Kompromiss: Weltbeste Business Class statt eigener Jet
Ein Beispiel liefert Qatar Airways. Die Airline wurde bei den World Airline Awards von Skytrax auch 2026 wieder mit dem Titel "World's Best Business Class" ausgezeichnet – das ist bereits das 13. Mal. Bekannt ist vor allem die QSuite, bei der sich einzelne Sitze zu abgeschirmten Suiten verbinden lassen. Je nach Flugzeug gibt es Einzel-, Doppel- oder sogar Vierer-Konfigurationen.
Günstig ist ein reguläres Business-Class-Ticket normalerweise nicht: Ein einfacher Direktflug von München nach Doha beispielsweise kann mehrere Tausend Euro kosten. Mit gesammelten Kreditkartenpunkten oder -meilen lässt sich der Preis allerdings deutlich drücken. Eine Option dafür sind die Kreditkarten von American Express, deren Bonusprogramm-Punkte sich zu verschiedenen Airline-Partnern transferieren lassen.
American Express Gold Card: Willkommensbonus für Business-Class-Flug nutzen
Die American Express Gold Card bietet gerade einen gestaffelten Willkommensbonus: Nach einem Mindestumsatz von 3.000 Euro innerhalb der ersten sechs Monate erhalten Neukundinnen und Neukunden 20.000 Membership Rewards Punkte. Bei insgesamt 5.000 Euro Umsatz im selben Zeitraum steigt der Bonus auf insgesamt 50.000 Punkte. Diese lassen sich mit etwas Strategie dann in einen Business-Class-Flug bei Qatar Airways umwandeln, sodass sich die Kosten auf die Steuern und Gebühren für den Flug reduzieren.
Wichtig zu wissen: Den Willkommensbonus in Form von Punkten gibt es nur über Links wie den oben stehenden. Wer von sich aus auf der Website von American Express sucht, findet lediglich ein gestaffeltes Startguthaben von bis zu 200 Euro zu den gleichen Bedingungen.
Hinweis: Die Konditionen von Finanzprodukten können sich schnell ändern. Sollte sich etwa der Bonus von dem hier angegebenen unterscheiden, hat der Anbieter ihn nach Veröffentlichung des Artikels angepasst.
So funktioniert der Meilen-Trick mit der Gold Card
American Express Gold Card beantragen und Willkommensbonus sichern: Wer innerhalb der ersten sechs Monate nach Kartenerhalt 5.000 Euro mit der Gold Card umsetzt, das Kartenkonto einwandfrei führt und nicht innerhalb des ersten Jahres wieder kündigt, erhält den vollen Willkommensbonus in Höhe von 50.000 Membership Rewards Punkten. Weil es für jeden mit der Karte umgesetzten Euro einen Membership Rewards Punkt gibt, stehen am Ende in Summe mindestens 55.000 Punkte auf dem Konto.
Punkte transferieren: Über die Website von American Express lassen sich die gesammelten Punkte zu den Vielfliegerprogrammen von Partner-Airlines transferieren. Wer in der weltbesten Business Class von Qatar Airways fliegen möchte, kann die Punkte zum Beispiel im Verhältnis 3:2 und in 300er-Schritten gegen Asia Miles von Cathay Pacific eintauschen. Das entspricht dann maximal 36.600 Flugmeilen.
Business-Class-Flug buchen: Über Cathay Pacific ist ein One-Way-Ticket von München (MUC) nach Doha (DOH) zum Zeitpunkt unserer Recherche für 33.000 Asia Miles buchbar, etwa für einen Flug Ende November. Wichtig: Ticketpreise schwanken tagesaktuell und manchmal ist etwas Ausprobieren gefragt, um die richtige Verbindung zu erwischen.
Regulär kostet das One-Way-Ticket als Direktflug von München nach Doha derzeit über 3.300 Euro. Das ist deutlich mehr als das, was dank Meileneinlösung noch an Kosten anfällt. Die beschränken sich nämlich auf Steuern und Gebühren, die für unseren recherchierten Flug bei 367 Euro liegen. Hinzu kommt die Jahresgebühr der American Express Gold Card in Höhe von 240 Euro. Insgesamt addieren sich die Kosten also auf rund 607 Euro für den fünfeinhalb Stunden langen Flug in der mehrfach ausgezeichneten Business Class von Qatar Airways.
Weitere Details zur Rechnung und Wissenswertes über den Transfer-Trick lesen Interessierte hier: Für 600 Euro in die beste Business Class der Welt? So geht es.
Was bietet die American Express Gold Card noch?
Klar: Mit einem Entgelt von 20 Euro pro Monat bzw. 240 Euro pro Jahr lohnt sich die Gold Card (oder wahlweise die Gold Card Rosé) nicht, um nur einmal damit Business Class zu fliegen. Interessant ist sie vor allem für Menschen, die regelmäßig mit der Kreditkarte zahlen, Punkte sammeln und einlösen möchten und die enthaltenen Reise- und Lifestyle-Extras nutzen. Zu den Leistungen gehören aktuell:
Aktion: Bis zu 50.000 Membership Rewards Punkte als gestaffelter Willkommensbonus (bei Erreichen des Mindestumsatzes)
Teilnahme am Membership Rewards Programm
Guthaben: 2× 40 Euro für Lodenfrey, monatlich 5 Euro für Freenow, 2× 25 Euro für Sixt rent, monatlich 20 Euro für Sixt+ Auto Abo
Vergünstigter Priority Pass für Airport-Lounges
Versicherungspaket für Reisen und Alltag
1 kostenlose Zusatzkarte aus Plastik ohne zusätzliches Kartenentgelt
Alternative: Meilen sammeln mit der Miles & More Gold Credit Card
Der Vorteil der Membership Rewards Punkte von American Express: Sie lassen sich zu mehreren Vielfliegerprogrammen transferieren. Wer häufig mit Lufthansa und anderen Miles-&-More-Partnerairlines fliegt, kann auch direkt im Meilenprogramm der Lufthansa Group Meilen sammeln. Dafür eignet sich die Miles & More Gold Credit Card. Hier gibt es pro zwei Euro Kartenumsatz eine Flugmeile bei Miles & More.
Gebühr: 11,50 Euro pro Monat
Willkommensbonus: 4.000 Meilen und 40 Points Willkommensbonus
Mit jedem Kartenumsatz pro 2 Euro 1 Meile für Wunschprämien sammeln
Marriott Bonvoy: Silver Elite Status
Versicherungspaket: Reiserücktritts- und Reiseabbruchversicherung, Reise-Krankenversicherung, Mietwagen-Zusatz-Versicherung und Allianz Telemedizin
Fazit: So klappt es mit der Luxusreise – auch ohne eigenen Jet
Die Rechnung zeigt: Für luxuriöses Reisen braucht es nicht unbedingt einen eigenen Airbus A340. Wer Kreditkartenpunkte gezielt sammelt und zu Vielfliegerprogrammen überträgt, kann sich Business-Class-Flüge deutlich günstiger sichern. Besonders interessant ist dafür die American Express Gold Card mit Membership Rewards, weil sich die Punkte flexibel zu verschiedenen Airline-Programmen übertragen lassen – zum Beispiel zu Cathay Pacific. So sind Flüge in der besten Business Class der Welt von Qatar Airways für einen Bruchteil des Preises realisierbar. Und wer lieber direkt Meilen sammelt, kann alternativ zur Miles & More Gold Credit Card greifen. So oder so gilt: Mit der richtigen Kreditkarte rückt die nächste Luxusreise deutlich näher – und dürfte wesentlich günstiger ausfallen als ein gebrauchter Regierungsjet.