Für die KopfhautRosmarinöl: Welche Wirkung hat es auf die Haare?

Rosmarinöl soll das Haarwachstum anregen, aber stimmt das? Ein Dermatologe klärt auf.
Rosmarin schmeckt nicht nur an Kartoffeln wunderbar, dem reichhaltigen Öl wird auch eine positive Wirkung auf die Haarwurzeln nachgesagt. Das ätherische Öl erlebte in den vergangenen Jahren einen regelrechten Hype, vor allem unter denjenigen, die unter Haarausfall leiden. Ob Rosmarinöl das Haarwachstum wirklich anregen kann oder alles nur Placebo-Effekt ist, erklärt ein Dermatologe, der auf Haarmedizin spezialisiert ist.
Wofür ist Rosmarinöl gut?
Rosmarinöl wird vor allem für die Haar- und Kopfhautpflege eingesetzt. Es kann die Kopfhaut pflegen, hat antimikrobielle und entzündungshemmende Eigenschaften und wird häufig genutzt, um Haarwachstum zu unterstützen und Haarausfall entgegenzuwirken. Die Studienlage dazu ist allerdings noch begrenzt: Es gibt Hinweise auf einen Effekt bei regelmäßiger Anwendung über mehrere Monate, aber keinen sicheren Wirksamkeitsnachweis für jedes Produkt. Zudem wird Rosmarinöl oft bei fettiger oder schuppiger Kopfhaut verwendet und kann durch die Massage beim Auftragen die Durchblutung der Kopfhaut fördern.
Das Rosmarinöl von Rosmalin soll mit einem Booster aus unter anderem Rizinus-, Pfefferminz- und Hanfsamenöl zur Kräftigung der Haarwurzeln beitragen. Die wenigen Bewertungen sprechen dabei vollständig für die Wirkung. So schwärmt eine Kundin von kräftigerem Haar, eine andere schreibt, dass sich ihr Haar dicker anfühlt. Auch ausgefallenes Haar soll schnell wieder nachwachsen. Eine genaue Angabe zu der Dosierung des Rosmarinöls gibt der Hersteller jedoch nicht an.
Bei dem Produkt von Casida kommen als Trägeröle Extrakte aus Mandel und Teebaum hinzu, letzterem wird eine beruhigende Wirkung für die Kopfhaut nachgesagt. Laut Hersteller kann das Rosmarinöl auch beim Mann im Gesicht Anwendung finden, um den Bartwuchs zu fördern. Eine glückliche Kundin schreibt, dass an den unerwünschten Geheimratsecken bereits Haarflaum nachgewachsen sei.
Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.
Was sagt ein Experte zur Wirkung von Rosmarinöl?
Dr. med. Andreas Finner, Facharzt für Dermatologie, Haarmediziner und Haarchirurg für Haartransplantationen, macht im Interview mit Cosmopolitan Online noch einmal deutlich, dass es keine wissenschaftlichen Studien gibt, die Rosmarinöl eine hundertprozentige Wirkung bei Haarausfall nachsagen. Positive Effekte auf Haar und Kopfhaut gäbe es dennoch, so wirke es unter anderem "antioxidativ, entzündungshemmend und antibakteriell". Wichtig seien immer die Ursachenabklärung und die gezielte Behandlung. Bei starkem, erblich bedingtem Haarausfall helfen oft nur starke Arzneimittel wie Minoxidil.
Und bei Haarwachstum? Da kann Rosmarinöl laut Dr. Finner durch leichtes Einmassieren in die Kopfhaut durchblutungsfördernd wirken und die Haarspitzen pflegen.
Amazon-Bestseller: 2000+ Verkäufe dieses Rosmarinöls
Ein wahrer Kassenschlager beim Shoppingriesen ist das Rosmarinöl von Botanic Hearth, das allein im letzten Monat in über 2.000 Warenkörben landete. Angereichert mit Biotin, Jojoba und Rizinusöl soll es das Haarwachstum anregen, die Kopfhaut unterstützen und Schuppenbildung eindämmen. Eine genaue Angabe zu der Dosierung gibt es jedoch auch hier nicht. Die über 30.000 Amazon-Bewertungen fallen jedoch überwiegend positiv aus. Käufer loben das pflegende Gefühl, die schnelle Wirkung bei trockener Kopfhaut sowie ein schnelleres Haarwachstum. Anders als bei anderen Rosmarin-Kuren, die im Haar verbleiben können, soll das Produkt von Botanic Hearth jedoch ein stark fettendes Gefühl hinterlassen – hier empfiehlt der Hersteller, das Haar gründlich mit mildem Shampoo auszuwaschen.
Wie wird Rosmarinöl richtig angewendet?
Als ätherisches Öl sollte es nicht unverdünnt auf die Haut gegeben werden, da es zu Hautirritationen und starken allergischen Reaktionen führen kann. Die meisten Produkte aus Apotheke und Drogerie sind bereits schonend formuliert. Bei reinem Rosmarinöl sollte ein Trägeröl wie Jojoba-, Mandel- oder Kokosöl dazugemischt werden. Empfehlenswert sind dabei nicht mehr als zwei Prozent des reinen Rosmarinöls, also ungefähr sechs bis zwölf Tropfen auf 30 Milliliter Trägeröl. Wichtig ist dabei die regelmäßige Anwendung über mehrere Monate als eine besonders hohe Dosierung. Die Cleveland Clinic empfiehlt eine konsequente Anwendung etwa zwei- bis dreimal pro Woche über ungefähr sechs Monate.
