Der Sport-TagWellinger über "Katastrophe": "Niemand weiß, wie lange betrogen wurde"
Skispringer Andreas Wellinger hat vor seinem Start bei den Olympischen Spielen den Manipulationsskandal um eingenähte Bänder in Skisprunganzügen im norwegischen Verband als "Katastrophe" bezeichnet. "Ich finde nicht, dass der ganze Skandal ausreichend aufgearbeitet worden ist. Es gab Geldstrafen, Disqualifikationen und auch ein paar Sperren. Aber sonst? Niemand weiß, wie viele Anzüge manipuliert worden sind. Niemand weiß, wie lange betrogen wurde", sagte der Olympiasieger von 2018 dem "Spiegel".
Dass bis heute eine klare Entschuldigung der Athleten fehle, schade zusätzlich. "Jeder, der betrügt, hat einen Stempel. Das trifft auf gedopte Sportler genauso zu wie auf diejenigen, die ihr Material manipulieren. Deshalb wäre es ja auch so wichtig, dass Einsicht gezeigt wird". Wellinger sprach auch über sein Formtief in dieser Saison. Nach einer starken Phase zum Ende der vergangenen Saison sei die Leichtigkeit "schleichend" verloren gegangen. "Es gab einige Regeländerungen, zum Beispiel wurden die Anzüge etwas enger. Ich merkte dann im Sommer, dass ich mit den Anpassungen nicht so gut zurechtkomme", so der 30-Jährige.