Fußball-WM 2018

Plünderungen in Paris Ausschreitungen überschatten WM-Feiern

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Ein Mann kickt eine von der Polizei eingesetzte Tränengas-Granate weg.

(Foto: picture alliance/dpa)

Friedlich feiernde Fans auf der einen Seite, Gewaltexzesse und Unfälle auf der anderen: Der WM-Triumph Frankreichs sorgt für zum Teil schwere Polizeieinsätze in manchen französischen Städten. In Stuttgart werden Dutzende kroatische Fans festgenommen.

Neben den Jubelfeiern über den Sieg der französischen Nationalelf bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland hat es in Frankreich auch mehrere Zwischenfälle gegeben. Während hunderttausende Fans auf der berühmten Prachtmeile Champs-Elysées in Paris feierten, zerstörten dutzende Jugendliche die Fensterscheiben eines Geschäfts auf dem Boulevard, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Rund 30 Jugendliche, von denen viele vermummt waren, brachen in das Geschäft Publicis ein und verließen dieses mit Wein- und Champagnerflaschen. Einige lachten und filmten sich selbst mit ihren Handys. Manche bewarfen die Sicherheitskräfte mit Gegenständen, die Polizei reagierte mit dem Einsatz von Tränengas. "So feiert man nicht", sagte ein in Tränen aufgelöster Unbeteiligter in einem Frankreich-Trikot.

Auch in anderen französischen Städten gab es Ausschreitungen, darunter in Lyon, Marseille, Straßburg und Rouen. In Lyon lieferten sich rund hundert Jugendliche Zusammenstöße mit der Polizei, nachdem die Jugendlichen beim Public-Viewing des Spiels gegen Kroatien auf ein Polizeiauto geklettert waren. Die Polizei setzte Tränengas ein, die Jugendlichen warfen Gegenstände und setzten Mülltonnen in Brand. Auf einer Brücke versuchten rund 50 Jugendliche eine Polizeiabsperrung zu durchbrechen. Es gab acht Festnahmen.

Festnahmen in Stuttgart

Bei den Feiern kroatischer Fans zum WM-Finale gab es derweil in Stuttgart 55 Festnahmen. Man habe etliche gewaltbereite Fans vorläufig festgenommen, die die Weisungen der Polizei nicht befolgt und auch Pyrotechnik eingesetzt hätten, sagte eine Sprecherin am Sonntagabend. Fünf Polizisten erlitten bei dem Einsatz leichte Blessuren.

In der Innenstadt verfolgten rund 7000 kroatische Fans das Endspiel ihrer Nationalmannschaft gegen Frankreich. Die meisten davon tummelten sich auf der Theodor-Heuss-Straße, einer mehrspurigen Hauptstraße, die während des Spiels auf einigen Hundert Metern für Autos gesperrt war. Rund 109.500 Baden-Württemberger sind kroatische Staatsbürger - das sind mehr als in jedem anderen Bundesland.

Mehrere Verletzte, ein Toter

In Frankreich gab es überdies mehrere schwere Unfälle am Rande der WM-Feiern: In Frouard nahe der ostfranzösischen Stadt Nancy wurden ein dreijähriger Junge und zwei sechsjährige Mädchen schwer verletzt, als sie während der Siegesfeiern von einem Motorrad angefahren wurden. Der Motorradfahrer flüchtete nach Angaben der Behörden.

Im südöstlichen Annecy starb laut Polizei ein 50-jähriger Mann, als er nach dem Schlusspfiff in einen flachen Kanal sprang und sich das Genick brach. In Saint-Félix in Nordfrankreich starb ein Mann in den Dreißigern, als er kurz nach dem WM-Spiel in einen Baum raste.

In Paris waren anlässlich der Feiern zum in Moskau ausgetragenen WM-Finale am Sonntag und des französischen Nationalfeiertags am Samstag rund 110.000 Polizisten im Einsatz. Das Land ist nach einer Reihe von Terroranschlägen seit 2015 nach wie vor in hoher Alarmbereitschaft.

Auch rund um den Nationalfeiertag hatte es Ausschreitungen gegeben: Am Freitag- und Samstagabend brannten nach Angaben des Innenministeriums landesweit 845 Autos, 508 Menschen wurden in Gewahrsam genommen. 29 Einsatzkräfte wurden verletzt.

Quelle: n-tv.de, bad/AFP/dpa

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