Fußball-WM 2018

Der WM-Routenplaner bei n-tv.de Messi im Ziegenrennen, Nigeria swagt

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Kann auch mit Ziegen: Messi

(Foto: REUTERS)

Die WM angezündet, Messi provoziert: Gestern gehörten alle Schlagzeilen Ronaldo - heute kann der Argentinier zurückschlagen. Frankreich kämpft gegen die Zweifler und Islands Trainer kippt das Kneipenritual.

Dieses Spiel dürfen Sie nicht verpassen

Wenn Sie zu den ganz Harten gehören wollen, zu den Allesguckern, die jedes einzelne der 64 Spiele der WM schauen, keines verpassen - nur so wird man zum Ironman der Couch Potatoes. Heute steht ein besonders harter Abschnitt an, einer, auf dem man einen Udo Bölts gut gebrauchen könnte: Quäl Dich, Du Sau! Quäl Dich durch vier Spiele, durch 360 Minuten Fußball, verteilt zwischen 12 und 23 Uhr. Es soll aber natürlich auch Menschen geben, die an einem Samstag nur Zeit oder Lust für ein Spiel haben. Diese Menschen müssen eine schwierige Entscheidung treffen: Messi oder Griezmann? Albiceleste oder Les Bleus? Das Kaffeekränzchen sausen lassen oder lieber das Mittagessen?

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Ob Griezmann (r.) & Co. ihre Weltklassefähigkeiten in Teamform pressen können, wird sich heute zeigen.

(Foto: AP)

Schon um 12 Uhr (ZDF/n-tv.de-Liveticker) starten die Franzosen in Gruppe C in Kasan gegen Australien in die Mission WM-Titel. Trainer Didier Deschamps verfügt wohl, um es mit Thomas Müller zu formulieren, über den bestbestückten Kader der WM. Aber Frankreich zweifelt am Biss und an der Führungskraft der Ausnahmekönner wie Antoine Griezmann, Paul Pogba und Kylian Mbappé. "Dieser Mannschaft fehlt es an Charakter und Mentalität", meckerte der Welt- und Europameister Christophe Dugarry vor einigen Monaten. Die jüngste Egoshow von Griezmann befeuert diesen Eindruck - da kommt ein Gegner wie Australien gerade recht. Der krasse "Down Underdog" ("Kicker") könnte der perfekte Auftaktgegner sein, um Frankreich den Glauben an sich selbst zu verleihen. Das letzte Duell gewannen Les Bleus übrigens 2013 mit 6:0.

Zum ersten Mal überhaupt treffen um 15 Uhr (ZDF/n-tv.de-Liveticker) im Moskauer Spartak-Stadion Argentinien und Island aufeinander, eine klassische David gegen Goliath-Konstellation: Hier der kleine, listige Messi, "El Pulga" genannt, der Floh; dort die bärtigen, hünenhaften Wikinger-Ahnen aus dem Land von Feuer und Eis. Also, ähm ... vielleicht doch nicht so klassisch.

Zeit für ein WM-Päuschen

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Haben sehr schöne Trikots: die Nigerianer

(Foto: AP)

So eine richtige Hammergruppe gab die WM-Auslosung nicht her, am ehesten noch das "Todesgrüppchen" D mit Argentinien und Island, das Kroatien und Nigeria mit ihrem Duell um 21 Uhr (ZDF/n-tv.de-Liveticker) in Kaliningrad komplettieren wird. Kroatien bietet mal wieder großen Namen auf, allen voran Reals Luka Modric, aber die waren auch schon beim Turnier in Brasilien dabei, das schon in der Vorrunde endete. Nigeria wirft den jüngsten Kader ins Turnier, angeführt vom 31-Jährigen Routinier John Obi Mikel, dem einstigen Weltklassemann beim FC Chelsea, der mittlerweile in China kickt. Könnte also durchaus eine interessante Partie sein - die echte Sportfans trotzdem, wenn überhaupt, erst in der Schlussphase einschalten sollten. Um 20.30 Uhr steigt nämlich in München im Audi Dome das Herzschlagfinale der Basketballer zwischen den Bayern und Alba Berlin. Beide haben jeweils zwei Spiele in der Serie gewonnen und sich dabei intensive Abnutzungsschlachten geliefert, jetzt entscheiden die letzten 60 Minuten der Saison. Mehr Spannung geht nicht.

Was verursacht WM-Herzrasen?

Vergessen Sie Robbie Williams Mittelfinger, DAS war die Eröffnungszeremonie der Weltmeisterschaft: Cristiano Ronaldo fackelt das WM-Feuer mit einem Hattrick gegen Spanien an und trägt sich in die Rekordbücher ein - er ist nun neben Miro Klose, Uwe Seeler und Pelé der vierte Spieler, der bei vier Endrunden nacheinander getroffen hat. Ganz nebenbei hat CR7 noch einen feinen Diss gegen seinen ewigen Kontrahenten Lionel Messi untergebracht: Beim Torjubel zum 1:0 strich er sich über einen imaginären Ziegenbart. Da war doch was - richtig, Messi ließ sich vor der WM mit Ziegen fotografieren, auf Englisch "goat", die Abkürzung für "Greatest of all time".

Der Argentinier hat heute gegen Island Gelegenheit, seinen Teil zur Diskussion beizutragen, wer wirklich der beste Fußballer aller Zeiten ist. Zumindest den eigenen Landsleuten kann er es aber mit Toren allein nicht beweisen, für sie wird Messi Maradona nur übertreffen, wenn er den Pokal mit nach Hause bringt. Oder, wie es sein Nationalcoach Jorge Sampaoli martialisch ausdrückte: "Der WM-Pokal ist eine Pistole an seinem Kopf. Gewinnt er ihn nicht, wird er erschossen."

Ras, dwa, tri - die Zahl des Tages: 3.000.000

Die Nigerianer waren noch im Anflug auf Russland, und hatten schon den Titel Swag-Meister sicher. In weißen Anzügen, Slippern und Strohhut reisten die Super Eagles an, in grünen Trikots werden sie auflaufen. Schon jetzt sind die Shirts ein Verkaufsschlager, angeblich gingen beim Hersteller drei Millionen Vorbestellungen ein, in Nigeria bildeten sich lange Schlangen vor den Geschäften. Die Kollegen von "ESPN" hievten Nigerias Trikot gleich mal in die Top Ten aller Zeiten - and the Winner is: das deutsche Weltmeistertrikot 1990.

Angeberwissen für's Public Viewing

Dänemark bekommt es in Gruppe C um 18 Uhr (ZDF/n-tv.de-Liveticker) in Saransk mit dem Weltmeister zu tun. Nein, wir sind nicht im Tag und in der Gruppe verrutscht - eine Organisation namens UFWC führt tatsächlich Peru als Titelverteidiger. Die "Unofficial Football World Championships" laufen seit dem ersten offiziellen Länderspiel der Geschichte 1872. Weil sich Schottland und England 0:0 trennten, ergab erst das zweite Aufeinandertreffen den ersten inoffiziellen Weltmeister - England. Wie im Boxen wechselt der Titel seitdem immer, wenn der Titelverteidiger geschlagen wird. Im August 2017 holte sich Peru die inoffizielle Weltmeister-Ehre mit einem 2:1 gegen Bolivien. Wer die Liste mit den insgesamt 941 Titelkämpfen studieren möchte - die UFWC stellt sie auf ihrer Website bereit.

Redelings WM-Zeitreise

Weil die deutsche Elf erst am Sonntag ins Geschehen eingreift, sattelt so mancher Sportjournalist in diesen Tagen auf Hotelkritiker um. Der Stützpunkt der "Die Mannschaft" versprühe "Tristesse", liest man, der Bundestrainer selbst spricht vom "Charme einer Sportschule". Malente also statt Campo Bahia - beides legendäre WM-Quartiere, genauso wie der Schluchsee, wo sich die Deutschen vor der WM 1982 auf das Turnier in Spanien vorbereiteten. Mit eher unprofessionellen Methoden, die dem Trainingslager den Beinamen "Schlucksee" einbrachte, wie Ben Redelings in seinem WM-Histörchen des Tages erzählt. Darauf einen Dujardin!

Der Spruch zum Spieltag

"Das Spiel ist zu früh. Ich werde davor nicht in einen Pub gehen."

Normalerweise besucht Islands Trainer Heimir Hallgrímsson vor einem Match gern Fans in der Kneipe, und quatscht mit ihnen über die Aufstellung. Das wird vor dem Duell mit Argentinien, das um 16 Uhr Ortszeit angepfiffen wird, leider nichts, denn die goldene Kneipenregel gilt auch bei der WM: Kein Bier vor vier.

Quelle: ntv.de