Fußball-WM 2018

Mexiko erliegt WM-Fluch Neymar führt Brasilien ins Viertelfinal-Glück

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Superstar Neymar hat die brailianische Nationalelf gegen Mexiko ins WM-Viertelfinale geschossen.

(Foto: AP)

Der brasilianische Titeltraum lebt weiter: Mit einem stark aufgelegten Neymar setzt sich die Seleção im Achtelfinale der Fußball-WM gegen aufopferungsvoll kämpfende Mexikaner durch und zieht ins Viertelfinale ein. Für Mexiko geht damit eine bittere Serie weiter.

Nachdem er Brasilien mit einem Tor und einer Vorlage ins WM-Viertelfinale geführt hatte, schoss Superstar Neymar den Ball voller Freude in die Luft und feierte dann mit seinen Teamkollegen das Weiterkommen. Der 222-Millionen-Mann von Paris Saint-Germain war beim 2:0 (0:0) gegen Mexiko im Achtelfinale der entscheidende Mann. Doch Neymar fiel erneut durch Schauspiel-Einlagen auf, durch die er sich nicht nur den Unmut der Mexikaner, sondern auch zahlreicher Zuschauer einhandelte.

Brasilien - Mexiko 2:0 (0:0)

Brasilien: Alisson - Fagner, Thiago Silva, Miranda, Filipe Luis - Paulinho (80. Fernandinho), Casemiro, Coutinho (86. Firmino) - Willian (90.+1 Marquinhos), Gabriel Jesus, Neymar; Trainer: Tite.
Mexiko: Ochoa - Alvarez (55. Dos Santos), Ayala, Salcedo, Gallardo - Herrera, Marquez (46. Layun), Guardado - Vela, Chicharito (60. Jimenez), Lozano; Trainer: Osorio.
Tore: 1:0 Neymar (51.), 2:0 Firmino (88.)
Schiedsrichter: Gianluca Rocchi (Italien)
Zuschauer: 41.970 (Samara)
Gelbe Karten: Alvarez (38.), Filipe Luis (43.), Herrera (55.), Casemiro (59.), Salcedo (77.), Guardado (90.+2)

Es bleibt dabei: Sportlich ist dieser 26-Jährige ein Genie, doch durch sein Benehmen sorgt er dafür, dass ihm die weltweite Verehrung der Fans verwehrt bleibt. Vor 41.970 Zuschauern in Samara grätschte Neymar den Ball in der 51. Minute nach Vorarbeit von Willian über die Linie. Der frühere Hoffenheimer Roberto Firmino (88.) stellte nach Neymars Zuspiel den Endstand her. Im Viertelfinale trifft Brasilien am Freitag auf Belgien oder Japan.

Deutschland-Bezwinger Mexiko muss weiter auf das erste Viertelfinale bei einer WM außerhalb des eigenen Landes warten. Seit 1994 ist El Tri stets in der ersten K.-o.-Runde nach der Gruppenphase gescheitert.

Giftige Mexikaner geben hohes Tempo vor

"Die Mannschaft ist für dieses tolle Spiel zu beglückwünschen", sagte Neymar. "Man muss auch mal etwas einstecken können, das haben wir gezeigt. Wir haben eine hervorragende Abwehr, das ist unser Rückhalt." Mexikos starker Torwart Guillermo Ochoa meinte: "Wir waren nach vorne unglaublich gefährlich, an der einen oder anderen Stelle hat uns die Präzision gefehlt."

Die Mexikaner präsentierten sich im Duell mit dem fünfmaligen Weltmeister allerdings zunächst überlegen. Bei 33 Grad am frühen Abend heizten sie dem Favoriten tüchtig ein. Auf den Rängen gaben die Fans der Mannschaft von Trainer Juan Carlos Osorio auch den Ton an. Aggressive Attacken, rasantes Flügelspiel, viel Zug zum Tor - der Gruppengegner der deutschen Mannschaft erinnerte mit seinem Hochgeschwindigkeitsspiel zu Beginn an den Auftritt beim 1:0-Sieg gegen das Team von Joachim Löw.

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Neymar (2.v.r.) grätschte den Ball in der 51. Minute nach Vorarbeit von Willian zum 1:0 für Brasilien ein.

(Foto: AP)

Hirving Lozano, der gegen Deutschland getroffen hatte, setzte viele Akzente und brachte den für den angeschlagenen Marcelo aufgebotenen Felipe Luís mehrmals in Verlegenheit. Die Mexikaner betrieben höchsten Aufwand, um sich erstmals bei einer WM gegen Brasilien durchzusetzen. Vergeblich. Neymar hatte nach 25 Minuten seine erste starke Szene, er ließ seinen Gegner aussteigen, scheiterte aber mit einem etwas zu lässigen Abschluss aus kurzer Distanz an Torhüter Guillermo Ochoa. Erst nach 35 Minuten in hohem Tempo gönnten sich beide Mannschaften eine etwas ruhigere Gangart.

Márquez stellt irren Rekord auf

Das war gut für Oldie Rafael Márquez, der den gelbgesperrten Hector Moreno ersetzte. Der Routinier war der erste Spieler, der bei fünf Weltmeisterschaften in Achtelfinals eingesetzt wurde. Márquez (39 Jahre und 139 Tage) war mit seinem Auftritt zudem der älteste Feldspieler, der in einem WM-K.-o.-Spiel in der Startelf stand seit Stanley Matthews (39 Jahre, 145 Tage) 1954 für England gegen Uruguay.

Zur Halbzeit kam allerdings Miguel Layún für Márquez und kümmerte sich fortan statt des verwarnten Edson Alvares um Neymar. Den Führungstreffer konnte er nicht verhindern. Neymar drückte den Ball mit der Sohle ins Tor. Ein leicht abgefälschter Schuss des Angreifers von Paris Saint-Germain ging zudem knapp am Tor vorbei (68.). Für Aufregung sorgte Layún kurz danach, als er dem am Boden liegenden Neymar auf den Fuß stieg. Schiedsrichter Gianluca Rocchi hätte Rot ziehen müssen, verzichtete aber trotz Ansicht der Videobilder darauf. Die mexikanischen Fans verhöhnten Neymar, der nach dem Tritt die Theatralik übertrieb. Neymar klagte: "Natürlich ist es furchtbar, wenn man einen Tritt bekommt. Das darf er nicht machen."

Brasilien behauptete im zweiten Abschnitt die Hoheit über die Partie gegen einen immer stärker abbauenden Gegner. Bei großen Chancen für Coutinho (48.), Paulinho (59.) und Willian (63.) zeichnete sich Torwart Ochoa aus. Mexiko konnte das Tempo der ersten Halbzeit nicht mehr gehen und kam gegen die immer besser organisierten Brasilianer nur noch sporadisch auf. Der frühere Leverkusener Chicharito blieb wirkungslos.

Im Viertelfinale müssen die Brasilianer auf Casemiro verzichten. Der Mittelfeldspieler von Real Madrid sah seine zweite Gelbe Karte.

Quelle: n-tv.de, cri/dpa

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