Rückzug für 2030 geplantÄgyptens Präsident Al-Sisi schlägt Ausbildung von künftigen Führungskräften an Militärakademie vor

Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi hat seinen Rückzug für das Jahr 2030 angekündigt.
Das Ende seiner Amtszeit in dem Jahr sei vollständig geklärt und werde nicht diskutiert, sagte der 71-Jährige am Samstag bei einer Feier der Militärakademie. Die Verfassung Ägyptens werde nicht geändert. Al-Sisi stellte zudem einen Plan vor, wonach künftige Führungskräfte des Landes in einem 30-monatigen Programm an der Militär-Akademie ausgebildet werden sollen.
Al-Sisi war im Dezember 2023 für eine weitere sechsjährige Amtszeit gewählt worden. Verfassungsänderungen, die 2019 in einem Referendum gebilligt wurden, verlängerten die Amtszeiten des Präsidenten von vier auf sechs Jahre und ermöglichen ihm eine dritte Amtszeit. Dies machte den Weg für Al-Sisi frei, bis 2030 im Amt zu bleiben. Er ist der bislang letzte in einer Reihe von ägyptischen Machthabern aus den Reihen des Militärs.
Al-Sisi ist seit 2014 im Amt. 2013 hatte er den damaligen Präsidenten Mohammed Mursi von der Muslimbruderschaft gestürzt. Mursi war der erste demokratisch gewählte Führer Ägyptens. Al-Sisi begann nach dessen Sturz mit der Zerschlagung der Muslim-Bruderschaft, der ältesten islamistischen Organisation im Nahen Osten. Parallel dazu unternahm Al-Sisi Schritte zur Sicherung seiner Macht, wozu nach Angaben von Kritikern auch die systematische Schwächung der Opposition gehörte.
Al-Sisis Vorschlag der künftigen Ausbildung von Führungskräften an der Militärakademie festigt die zentrale Rolle des Militärs über die nationale Verteidigung hinaus. Auch Al-Sisi war einst General. Während seiner Jahre als Präsident baute er die Dominanz des Militärs in der Wirtschaft und in zivilen Angelegenheiten aus.
Al-Sisi sagte am Samstag, ein Komitee unter der Aufsicht des Parlamentspräsidenten werde die Auswahlkriterien für die Kandidaten der künftigen Führungskräfte entwickeln und die Gesetzgebung dazu entwerfen. Dem Komitee sollen Politiker, die Minister für Hochschulbildung und Justiz sowie Intellektuelle angehören. Das Programm richte sich an Inhaber von Doktortiteln renommierter ägyptischer und ausländischer Universitäten. Diese sollen an der Akademie 30 Monate lang über den Staat, seine Ressourcen und deren Erhalt lernen. Die Absolventen würden auf Führungsrollen vorbereitet, die von der Präsidentschaft über Ministerien und Gouvernements bis hin zum Parlament reichten. Das Programm werde es den Ägyptern ermöglichen, aus den Absolventen zu wählen. "Ich werde den ägyptischen Staat erst verlassen, wenn er voll von Söhnen und Töchtern ist, die in der Lage sind, Verantwortung zu übernehmen", sagte Al-Sisi.