Ermittlungen in NRWAnschlagsverdacht: Ermittler durchsuchen Wohnung eines 19-Jährigen in Hagen

Zwei Wochen nach der Ingewahrsamnahme von drei Männern in Nordrhein-Westfalen wegen des Verdachts einer Anschlagsplanung hat es in Hagen eine weitere Durchsuchung gegeben.
Während der Ermittlungen geriet ein 19-Jähriger in den Fokus der Behörden, wie die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf und die Dortmunder Polizei am Freitag mitteilten.
Gegen ihn bestehe ein Anfangsverdacht der versuchten Beteiligung an einem Verbrechen nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz. Den Angaben zufolge wurde gegen den Verdächtigen eine längerfristige Unterbringung in Polizeigewahrsam beantragt. Eine Entscheidung des zuständigen Amtsgerichts stand noch aus.
Während der Durchsuchung bei dem 19-Jährigen wurden am Freitag nach Polizeiangaben Datenträger beschlagnahmt, deren Auswertung andauerte. Waffen wurden demnach nicht gefunden.
Anfang Oktober waren drei Männer aus Unna und Hagen nach einem geheimdienstlichen Hinweis in Gewahrsam genommen worden. Grund war ein Verdacht der Vorbereitung einer "staatsgefährdenden Straftat". Zwei von ihnen wurden tags darauf wieder auf freien Fuß gesetzt.
Gegen den Dritten, einen 23-Jährigen aus Unna, konkretisierte sich hingegen die Gefahrenprognose. Das zuständige Amtsgericht verlängerte inzwischen den bereits gegen ihn bestehenden Langzeitgewahrsam um 14 Tage. Die Polizei hatte das Alter des Manns zunächst mit 33 Jahren angegeben, korrigierte dies inzwischen aber auf 23 Jahre.
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen kann Menschen präventiv in Gewahrsam nehmen, etwa um eine schwere, unmittelbar bevorstehende Straftat zu verhindern. Zu Art und möglichem Ziel der mutmaßlich vorbereiteten Straftat machten die Ermittler zunächst keine Angaben. Nach Medienberichten soll es Anhaltspunkte für einen möglichen Bezug zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) geben.