Fünfthöchster Wert in der EUArbeitskosten in Deutschland steigen 2025 auf 45 Euro pro Stunde

Die Arbeitskosten in Deutschland sind im EU-weiten Vergleich die fünfthöchsten.
Die Unternehmen des produzierenden Gewerbes und des Dienstleistungsbereichs zahlten im Jahr 2025 im Schnitt 45 Euro für eine geleistete Arbeitsstunde und damit 3,6 Prozent mehr als im Jahr 2024, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Verglichen mit dem EU-Durchschnitt von 34,90 Euro zahlten deutsche Firmen rund 29 Prozent mehr für eine Stunde Arbeit.
Im Vergleich zu 2020 kostete eine Arbeitsstunde in Deutschland der Statistik zufolge 22,3 Prozent mehr. Der relative Abstand der Arbeitskosten in Deutschland zum EU-Durchschnitt veränderte sich jedoch kaum.
Die höchsten Arbeitskosten hatte 2025 Luxemburg mit 56,80 Euro pro geleisteter Stunde, wie das Bundesamt weiter mitteilte. Darauf folgte Dänemark mit 51,70 Euro und die Niederlande mit 47,90 Euro sowie Österreich mit 46,30 Euro pro Arbeitsstunde.
Allerdings fehlte Belgien den Angaben nach bislang in der Auswertung, da die benötigten Daten noch nicht vorlagen. Mit Belgien könnte sich Deutschlands Platz in der Rangfolge noch einmal ändern - 2024 etwa lag Belgien im EU-Vergleich auf dem dritten Platz.
Die niedrigsten Arbeitskosten fielen im vergangenen Jahr laut Bundesamt mit zwölf Euro in Bulgarien, 13,60 Euro in Rumänien und 15,20 Euro in Ungarn an.
Die Arbeitsmarktexpertin des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Ulrike Stein, erklärte, die Daten zeigten, "dass sich die Arbeitskosten in Deutschland in den vergangenen fünf Jahren äußerst stabil entwickelt haben". An der Wettbewerbsposition Deutschlands bei den Lohnkosten habe sich "wenig verändert".
Stein verwies darauf, dass sich die Arbeitskosten im EU-Vergleich unterdurchschnittlich entwickelt hätten - tatsächlich betrug der Kostenanstieg laut Statistik im EU-Schnitt 4,1 Prozent und damit mehr als das deutsche Plus von 3,6 Prozent. Das zeige, dass die "wirtschaftliche Stagnation nicht primär auf überhöhte Lohnkosten oder hohe Sozialausgaben zurückzuführen ist". Ursache sei vielmehr eine "anhaltende Nachfrageschwäche".