Den dritten Tag in FolgeBauern in Frankreich führen Proteste gegen Regierungspolitik fort

In Frankreich haben die Bauern ihre Proteste gegen die Regierungspolitik am Mittwoch den dritten Tag in Folge fortgesetzt. Die Landwirtinnen und Landwirte rückten mit ihren Traktorenkonvois näher an Paris und andere große Städte heran. Von den Zugeständnissen der Regierung zeigten sie sich unbeeindruckt.
"Wir kämpfen diese Schlacht, denn wenn wir nicht kämpfen, sterben wir", rief der Bauernpräsident des Departements Lot-et-Garonne, Serge Bousquet-Cassagne, den Protestierenden zu, die auf dem Weg zum Großmarkt der Hauptstadtregion in Rungis waren. Die Regierung hat die Landwirte davor gewarnt, diesen wie andere wichtige Standorte zu blockieren. Auch die Innenstädte großer Städte sollen die Bauern demnach meiden.
Innenminister Gerald Darmanin warnte die Protestierenden, die Polizei stehe bereit: "Sie können die Polizei nicht angreifen, sie können nicht nach Rungis, sie können nicht zu den Pariser Flughäfen oder ins Zentrum von Paris", versicherte der Minister im Rundfunk Sender France 2. Entlang der Autobahn A6 nach Rungis hat die Regierung Polizisten mit gepanzerten Fahrzeugen stationiert.
Regierungschef Gabriel Attal hatte am Dienstag im Parlament versichert, die Regierung stehe auf Seiten der Bauern - die Landwirtschaft sei "Stärke und Stolz" des Landes. Er stellte Ausnahmen von europäischen Vorschriften in Aussicht. Finanzminister Bruno Le Maire versprach am Mittwoch, Frankreich werde das Freihandelsabkommen Mercosur zwischen der EU und dem südamerikanischen Staatenbund verhindern.
Bauernvertreter zeigten sich wenig überzeugt. "Viele dieser Maßnahmen dauern drei oder vier Jahre in der Umsetzung", sagte etwa Viehzüchterin Johanna Trau aus Ebersheim im Elsass. "Ich glaube das erst, wenn ich es sehe."