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Nordrhein-WestfalenBiennale Manifesta macht leere Kirchen zu Orten der Kunst

18.06.2026, 15:44 Uhr
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Eine Orgel zum Eintauchen, eine von innen blaue Kirche, eine Hüpfburg in Glockenform: Mit ungewöhnlichen Kunstwerken funktioniert die Schau im Ruhrgebiet Gotteshäuser um. Das ist die Idee dahinter.

Duisburg/Gelsenkirchen (dpa/lnw) - Wie können ungenutzte Kirchenräume im Ruhrgebiet zu neuen Orten der Gemeinschaft werden? Dieser Frage widmet sich die 16. Auflage der europäischen Wanderbiennale "Manifesta Ruhr", die an diesem Wochenende eröffnet wird.

Zwölf ehemalige Kirchengebäude in Essen, Gelsenkirchen, Bochum und Duisburg werden dann 15 Wochen lang zu Schauplätzen für ganz unterschiedliche Kunstprojekt - von einer begehbaren Orgel aus ausrangierten Orgelpfeifen aus ganz Europa, über eine Hüpfburg in Form einer Kirchenglocke bis hin zu Skulpturen aus ausgemusterten Kirchenbänken, in die der Künstler, die Wünsche und Gedanken von Menschen aus dem Ruhrgebiet geschnitzt hat. Viele Werke zielen auf Beteiligung der Besucher ab, wie etwa ein Garten für Teekräuter, in dem es auch Teezeremonien geben soll.

Beteiligt sind rund 100 Kunstschaffende, Kreative und Kollektive aus vielen europäischen Ländern mit Installationen und Performances. Einbezogen wurden aber auch Nachbarschaftsinitiativen sechs weiterer Ruhrgebietsstädte, die einstige Kirchenräume zum Beispiel in eine Bar oder einen Basketballplatz verwandeln.

Manifesta findet zum zweiten Mal in Deutschland statt

Das europäische Festival für zeitgenössische Kunst wird seit 1996 alle zwei Jahre in einer anderen europäischen Stadt ausgerichtet und findet nach Frankfurt 2002 erst das zweite Mal in Deutschland statt. Für jede Ausgabe erarbeiten die Künstler und Kuratoren ortsspezifische Ansätze.

Bei der vorangegangenen Recherche im Ruhrgebiet sei aufgefallen, wie sehr es an Gemeinschaftsräumen mangele und wie groß zugleich der Leerstand nicht mehr genutzter Kirchengebäude ist, erläuterte der Architekt Josep Bohigas, der das diesjährige Konzept maßgeblich entwickelt hat.

Leitidee: Kirchen zu neuen Begegnungsräumen umwandeln

Aus dem Befund entstand die Idee unter der Überschrift "This is not a church" gemeinsam mit den Nachbarschaften vor Ort neue Zukunftsperspektiven für diese Räume zu entwickeln. Ziel sei es dabei nicht, die Kirchen zu reinen Museen umzugestalten, sondern sie zu neuen Räumen zu entwicklen, in denen Menschen gemeinsam lernen, sich treffen und sich eine Zukunft aufzumalen, so Bohigas.

Ab Sonntag können nun alle die Ergebnisse erkunden: Um möglichst auch jene Menschen zu erreichen, die selten Kulturangebote wahrnehmen, sind alle Veranstaltungen ohne Eintritt, es gibt ein umfangreiches Vermittlungsprogramm. Die Manifesta dauert bis zum 4. Oktober.

Quelle: dpa

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