Paritätischer fordert SofortmaßnahmenBildungserfolg hängt laut Verband stärker vom Elternhaus ab

Nach Bekanntwerden der schwachen Ergebnisse bei der neuen Pisa-Bildungsstudie hat der Paritätische Wohlfahrtsverband Sofortmaßnahmen zur Bekämpfung von Kinder- und Familienarmut gefordert.
Die Studie zeige, dass Bildungserfolg in Deutschland so stark wie nie zuvor vom Elternhaus abhänge wie heute, erklärte der Verband am Mittwoch.
"Wir können es uns nicht leisten, dass Kinder aus einkommensarmen Haushalten schon in der Kindheit abgehängt werden", erklärte der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen, Joachim Rock. "Deshalb brauchen wir jetzt eine deutliche Anhebung der Teilhabeleistungen und mehr Familien, die davon profitieren können."
Die am Dienstag vorgestellten jüngsten Ergebnisse der Pisa-Studie ergaben nicht nur, dass Deutschlands Schülerinnen und Schüler in Mathematik und Lesekompetenz schlechter abschnitten als je zuvor, sondern auch, dass sich Leistungsunterschiede weiterhin auch mit dem gesellschaftlichen Hintergrund der Schülerinnen und Schüler erklären ließen.
Von 100 Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien schafften es der Pisa-Studie zufolge nur zwei in den Spitzenbereich der Kompetenzen. Unter Gleichaltrigen aus privilegierten Elternhäusern gelang das hingegen 25, also etwa zehnmal so vielen.
Kaum ein Land schneide hier schlechter ab als Deutschland, betonte der Paritätische. Mehr als neun von zehn untersuchten Staaten gelinge es besser, den Bildungserfolg von der sozialen Herkunft der Familien zu lösen.
Besonders alarmierend sei: Während sich die herkunftsbedingten Unterschiede international zuletzt eher verringerten, wuchsen sie in Deutschland seit 2015 wieder. "Die Bekämpfung von Familienarmut und die Förderung von Bildung und Entwicklung von Kindesbeinen an muss ganz oben auf die politische Agenda rücken", forderte Rock.