Neue Truppenstärke definiertBoris Pistorius nennt 460.000 Soldaten als Zielmarke der neuen Militärstrategie

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat die in der neuen Militärstrategie vorgesehene Zahl von 460.000 einsatzbereiten Soldatinnen und Soldaten als Zielgröße bezeichnet, die bei Bedarf nach oben angepasst werden könne.
"Wir sprechen von einer Zielgröße perspektivisch von mindestens 460.000, da ist kein Deckel drauf", sagte Pistorius in den ARD-"Tagesthemen" am Mittwoch.
"Wenn die Bedarfe sich ergeben, in den Teilstreitkräften oder durch eine Veränderung der militärischen Bedrohung, dann werden wir selbstverständlich darüber hinausgehen", fügte er hinzu.
Zuvor hatte der Minister die erste Militärstrategie der Bundeswehr vorgestellt. Diese sieht nach seinen Worten vor, dass die Bundeswehr angesichts der internationalen Bedrohungslage bis 2039 zur "stärksten konventionellen Armee in Europa" ausgebaut werden soll.
Personell soll die Bundeswehr in drei Phasen gestärkt werden. In der ersten Phase brauche es bis 2029 einen schnellen Personalaufwuchs, um nach Pistorius' Worten "maximal durchhalte- und verteidigungsfähig zu sein".
Die Bewerberzahlen stiegen derzeit monatlich, und die Einstellungszahlen auch, sagte Pistorius. Sollte es notwendig sein, werde man über eine Bedarfspflicht diskutieren und entscheiden müssen. Dieser Zeitpunkt sei aber nicht heute.
In der zweiten Phase werde die Bundeswehr bis 2035 flexibel auf die Verfügbarkeit militärischer Ausrüstung und auf die Entwicklung der Bedrohungslage reagieren. In dieser Phase sollen die Streitkräfte ihre europäische Führungsrolle stärken.
In der dritten Phase "bis 2039 und darüber hinaus" gehe es um die "Fähigkeiten von übermorgen". Dabei würden automatisierte Waffensysteme und künstliche Intelligenz eines wesentliche Rolle spielen. Die Ambition müsse sein, "stärkste konventionelle Armee in Europa zu sein", betonte der Minister.