Dialog mit MineralölwirtschaftBundesregierung sorgt für Sicherung und Klimafreundlichen Ausbau von Raffinerien

Die Bundesregierung will die Raffineriestandorte in Deutschland langfristig sichern und den Umbau der Branche auf klimafreundlichere Energieträger vorantreiben.
Dazu startete das von der CDU-Politikerin Katherina Reiche geführte Wirtschaftsministerium am heutigen Freitag einen Dialog mit der Mineralölwirtschaft, an dessen Ende eine Raffineriestrategie stehen soll. Diese werde anschließend dem Kabinett vorgelegt, teilte das Ministerium mit. Auch Bundesländer, Gewerkschaften und betroffene Industriezweige würden einbezogen. Der Erhalt der Raffineriekapazitäten sei eine strategische Priorität der Industriepolitik.
Deutschland verfügt über elf Raffineriestandorte mit einer jährlichen Verarbeitungskapazität von gut 92 Millionen Tonnen Rohöl. Die Anlagen liefern neben Kraftstoffen auch wichtige Vorprodukte etwa für die Chemie- und Pharmaindustrie. Ihr Wegfall könne nicht durch Importe ausgeglichen werden und würde insbesondere Unternehmen der Chemieindustrie in ihrer Existenz bedrohen oder zur Abwanderung zwingen, warnte das Ministerium. Zugleich stehe die europäische Raffinerieindustrie unter strukturellem Druck. Für den schrittweisen Umbau auf nachhaltige statt fossile Rohstoffe seien Investitionen in Milliardenhöhe erforderlich.
Im ersten Halbjahr 2026 war die Produktion von Benzin und Diesel in Deutschland gestiegen. Die Raffinerien stellten 11,0 Millionen Tonnen Motoren- und Flugbenzin her und damit 1,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt mitgeteilt hatte. Bei Diesel fiel der Anstieg mit 9,4 Prozent auf 15,8 Millionen Tonnen noch deutlicher aus. Zugleich gingen die deutschen Importe von Kraftstoffen im ersten Halbjahr deutlich zurück.