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Appell aus PekingChinas Außenminister Wang Yi fordert Ende des Iran-Kriegs und Öffnung der Straße von Hormus

06.05.2026, 11:52 Uhr
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(Foto: REUTERS)

Der chinesische Außenminister Wang Yi hat während eines Besuchs seines iranischen Kollegen Abbas Araghtschi in Peking ein Ende des Krieges in der Golfregion sowie eine schnellstmögliche Öffnung der Straße von Hormus gefordert.

"China ist der Überzeugung, dass es unverzüglich zu einer vollständigen Einstellung der Kämpfe kommen sollte, dass es noch inakzeptabler wäre, diese wieder aufzunehmen, und dass es entscheidend ist, die Verhandlungen weiterzuführen", teilte Wang am Mittwoch in einer Erklärung nach einem Treffen mit Araghtschi mit.

Darin forderte er die USA und den Iran auf, "so schnell wie möglich" für eine sichere Wiederaufnahme des Seeverkehrs in der derzeit weiterhin blockierten Straße von Hormus zu sorgen.

China ist von der Blockade der Meerenge direkt betroffen: Mehr als die Hälfte der auf dem Seeweg transportierten Rohölimporte Chinas stammt laut dem Schifffahrts-Analyseunternehmen Kpler aus der Golfregion und wird zumeist durch die Straße von Hormus transportiert.

Die Meerenge war zu Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar von den iranischen Streitkräften weitgehend gesperrt worden. In der Folge waren die Energiepreise weltweit in die Höhe geschossen. Seit rund einem Monat gilt in der Region eine Waffenruhe.

Peking ist im Hintergrund an Bemühungen zur Beilegung des Konflikts beteiligt und soll bei den Verhandlungen zur Waffenruhe eine wichtige Rolle gespielt haben. Zum umstrittenen iranischen Atomprogramm erklärte Wang, China begrüße die Zusage des Iran, keine Atomwaffen entwickeln zu wollen, das Land habe indes "das legitime Recht zur friedlichen Nutzung der Kernenergie".

Westliche Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, nach Atomwaffen zu streben. Teheran bestreitet dies und versichert, sein Atomprogramm lediglich zur zivilen Nutzung zu betreiben. Trump hatte den Krieg gegen den Iran unter anderem damit begründet, Teheran stehe kurz vor dem Bau von Atomwaffen und könne damit "bald" sogar die USA angreifen.

Quelle: ntv.de, AFP

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