Reaktion aus BrüsselEU-Kommission prüft weitere Sanktionen gegen Irans Führung

Die EU-Kommission prüft nach eigenen Angaben angesichts des gewaltsamen Vorgehens gegen friedliche Demonstranten im Iran weitere Sanktionen gegen die Führung in Teheran.
"Wir sind bereit, neue, härtere Sanktionen vorzuschlagen", sagte ein Kommissionssprecher am Montag in Brüssel. Die EU sei "entsetzt" über die Berichte über Todesopfer unter den Demonstrierenden.
Die Proteste im Iran hatten vor zwei Wochen begonnen und richteten sich zunächst gegen die wirtschaftliche Lage. Inzwischen weiteten sie sich zu Massendemonstrationen gegen die Führung in Teheran aus. Nach Angaben der Organisation Iran Human Rights wurden bis Sonntag mindestens 192 Menschen bei den Protesten getötet. Unbestätigte Berichte deuteten aber auf eine deutlich höhere Opferzahl hin.
In Deutschland forderten Vertreter von Regierungs- und Oppositionsparteien am Montag härtere Sanktionen gegen den Iran. Zudem wurden Rufe nach einer Einstufung der iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation auf EU-Ebene laut. Der Kommissionssprecher sagte dazu, die Diskussionen zwischen den EU-Mitgliedstaaten zu diesem Thema seien "im Gange", ohne weitere Details zu nennen.