Folgen des Iran-KriegsEU sieht weiter kein "unmittelbares" Risiko für Ölversorgung in Europa

Die EU-Kommission sieht trotz der hohen Öl- und Gaspreise infolge des Iran-Kriegs weiter kein "unmittelbares" Risiko für die Versorgung in Europa.
"Es gibt keinen unmittelbar bevorstehenden Engpass in der europäischen Ölversorgung", sagte eine Kommissionssprecherin am Montag in Brüssel. Die EU-Staaten hätten derzeit ausreichend Öl in ihren Vorräten.
Die EU verpflichtet ihre Mitglieder, ständig Ölbestände vorzuhalten, die 90 Tagen ihrer Netto-Importe entsprechen. Die Versorgung sei deshalb sichergestellt, erklärte die Sprecherin. Dies gelte auch für Ungarn und die Slowakei, die im Februar bereits ihre Vorräte angezapft hatten, nachdem eine Ölpipeline in der Ukraine beschädigt und stillgelegt worden war.
Auch bei der Gasversorgung sei die Lage "unter Kontrolle", fügte sie hinzu. Anders als während der Energiekrise nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 sei die EU nun weniger abhängig von einzelnen Lieferanten, nur ein Bruchteil der Flüssiggas-Importe in die EU stamme aus den Golfstaaten.
Der Ölpreis war am Sonntag erstmals seit fast vier Jahren auf mehr als 100 Dollar pro Barrel gestiegen. Auch der Gaspreis stieg weiter: Am Montagmorgen sprang der niederländische TTF-Kontrakt, der als wichtigster europäischer Referenzwert gilt, rund 30 Prozent in die Höhe und notierte zeitweise bei 69,70 Euro. Grund ist die faktische Sperrung der Straße von Hormus und Angriffe auf Raffinerien unter anderem in Katar, Saudi-Arabien und Bahrain.