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"WM-Aus neuer Dämpfer"Einzelhandel hat Umsatz im Mai um ein Prozent gesteigert

30.06.2026, 08:39 Uhr
Die-Tarifverhandlungen-im-Handel-sollen-am-Montag-fortgesetzt-werden

Die deutschen Einzelhändler haben im Mai ein überraschendes Umsatzplus verbucht.

Ihre Einnahmen wuchsen um 1,0 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Inflationsbereinigt (real) gab es sogar ein Plus von 1,1 Prozent. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten hier eine Stagnation vorausgesagt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat zogen die realen Umsätze um 1,8 Prozent an.

"Für beständig weitere Konsumzuwächse ist das Umfeld nicht gemacht", kommentierte der Chefvolkswirt von ABN Amro Deutschland, Alexander Krüger, die Entwicklung. Unsicherheiten gingen etwa von der Politik und vom Arbeitsmarkt aus. "Mit dem Ausscheiden der Fußballnationalmannschaft ist ein neuer Dämpfer zu verarbeiten", fügte Krüger hinzu. Sie schied in der Nacht zum Dienstag mit einer Niederlage gegen Paraguay frühzeitig aus dem Turnier aus.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) hatte zuvor nach anfänglichen Erfolgen bei der Fußball-WM auf etwas Schwung gehofft. "Mit dem Erreichen der KO-Runde der deutschen Fußball-Nationalmannschaft registriert der Textil- und Modehandel aktuell spürbare Nachfrageimpulse", teilte etwa der Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren (BTE) zuvor mit. Fans interessierten sich vor allem für Fußballtrikots, Hosen, Shorts und Hüte.

Auffällig war im Mai erneut die Entwicklung der Umsätze der Tankstellen infolge des Kriegs im Nahen Osten: Diese stiegen real um 3,5 Prozent, nachdem es in den beiden Vormonaten noch deutliche Rückgänge gegeben hatte. Die Bundesregierung hat für Mai und Juni einen Tankrabatt eingeführt, der die Autofahrer entlastet hat. Der Umsatz im Einzelhandel mit Lebensmitteln wuchs um real 1,1 Prozent zum Vormonat, der mit Nicht-Lebensmitteln um 1,0 Prozent. Der Internet- und Versandhandel verzeichnete ein Umsatzplus von real 3,4 Prozent.

Hoffnung auf eine anhaltende Besserung macht eine Umfrage: Angesichts der Friedenssignale im Nahost-Konflikt schöpfen die Verbraucher in Deutschland wieder ein wenig mehr Zuversicht. Das Konsumklima-Barometer für Juli stieg um 0,5 Punkte auf minus 29,2 Zähler, wie die GfK-Marktforscher und das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) mitteilten. 

Quelle: ntv.de, rts

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