Schwacher JahresauftaktEinzelhandel in Deutschland verzeichnet im Februar 0,7 Prozent weniger Umsatz als im Januar

Der deutsche Einzelhandel kommt in diesem Jahr nicht richtig in Schwung.
Der Umsatz fiel im Februar um 0,7 Prozent geringer aus als im Januar, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Inflationsbereinigt (real) gab es einen Rückgang von 0,6 Prozent, der auf ein Minus von 1,1 Prozent im Januar folgt. Das kommt überraschend: Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten diesmal mit einem realen Wachstum von 0,2 Prozent gerechnet.
Wegen der stark gestiegenen Energiepreise infolge des Iran-Kriegs haben sich die Aussichten für die Branche in den vergangenen Wochen eingetrübt. "Besserung ist nicht in Sicht", sagte der Chefvolkswirt der Privatbank Hauck Aufhäuser Lampe, Alexander Krüger. "Da Energiepreise länger erhöht bleiben dürften, fließt Kaufkraft vorerst ins Ausland statt in heimische Läden." Im März schnellte die Inflationsrate auf 2,7 Prozent nach oben, den höchsten Wert seit mehr als zwei Jahren. Dabei verteuerte sich Energie mit 7,2 Prozent besonders stark. "Seitens des Konsums geht dem Aufschwung bereits jetzt die Puste aus", sagte Krüger.
Der Branchenverband HDE rechnet für dieses Jahr mit einem Umsatzplus von zwei Prozent. Real bedeutet dies einen Zuwachs von einem halben Prozent für die Branche mit ihren rund 3,1 Millionen Beschäftigten. Dem Verband bereiten nicht nur steigende Energiepreise Sorge, sondern auch die politische Diskussion um eine mögliche Anhebung der Mehrwertsteuer. "Der Konsum ist bereits heute in einer Schockstarre", sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth kürzlich der Nachrichtenagentur Reuters. Notwendig seien Entlastungen für Privatverbraucher und Unternehmen. "Belastungen wie eine Mehrwertsteuererhöhung sind in diesen Zeiten das vollkommen falsche Signal." Schon die Debatte darüber hemme die ohnehin schlechte Konsumstimmung weiter.