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Statistisches BundesamtErbschaft- und Schenkungsteuer bringt Rekordsumme von 21 Milliarden Euro

26.08.2026, 15:43 Uhr
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(Foto: Wolfram Kastl/dpa)

Der Staat hat im vergangenen Jahr deutlich mehr Geld durch die Erbschaft- und Schenkungsteuer eingenommen, vor allem durch Übertragungen großer Vermögen.

Die Einnahmen stiegen im Vorjahresvergleich um 61 Prozent auf rund 21 Milliarden Euro und damit auf einen neuen Höchstwert, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. 34 Großerbinnen und -erben erhielten Steuererlasse von insgesamt 3,7 Milliarden Euro - das kritisierte unter anderem der DGB.

Die meisten Vermögensübergänge hierzulande liegen "innerhalb der Freibeträge", wie das Statistikamt betonte. Bei Kindern sind das 400.000 Euro und bei Ehepartnern 500.000 Euro. "Tatsächlich werden in Deutschland jedes Jahr nach letzten Schätzungen rund 400 Milliarden Euro vererbt", erklärte der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Sebastian Dullien. Jährlich würden so Vermögen in etwa im Volumen des Bundeshaushalts vererbt oder verschenkt.

Steuerlich berücksichtigt wurde 2025 laut Statistikamt ein Vermögen in Höhe von 141,1 Milliarden Euro, das per Erbschaft oder Schenkung übertragen wurde. Auch dies sei mit einem Plus von 23,1 Prozent ein neuer Höchstwert. Grund dafür sind demnach unter anderem vermehrte Übertragungen von Betriebsvermögen - sie lagen mit 25,6 Milliarden Euro um 19 Prozent höher als im Vorjahr.

Der deutliche Anstieg von 60,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr bei den Einnahmen ist laut Statistikamt aber vor allem darauf zurückzuführen, dass es deutlich mehr große Vermögensübertragungen von mindestens 20 Millionen Euro gab.

Kritik von Gewerkschaften, Umweltorganisationen und Sozialverbänden sowie den Linken gab es an den Steuererlassen für Großerbinnen und -erben. Sie sind seit 2016 möglich durch die sogenannte Verschonungsbedarfsprüfung für Unternehmensvermögen über 26 Millionen Euro. Laut Statistik wurden so im vergangenen Jahr 3,7 Milliarden Euro Steuern erlassen, rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Großerbinnen und -erben erhielten zusammen Vermögen von etwa zwölf Milliarden Euro, wie der DGB mitteilte. "Darauf mussten sie im Durchschnitt nur rund zwei Prozent Erbschaftsteuer zahlen, weil ihnen 94 Prozent der festgesetzten Steuer erlassen wurden." Der Gewerkschaftsbund forderte "endlich eine gerechte Erbschaftsteuer". Er gehe darum, große Erbschaften "stärker in die Pflicht" zu nehmen.

Quelle: ntv.de, AFP

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