Rund elf Prozent teurerErnteausfälle: Kartoffelpreise steigen deutlich an

Ernteausfälle durch den heißen Sommer und eine schrumpfende Anbaufläche machen ein beliebtes Grundnahrungsmittel der Deutschen teurer: die Kartoffel.
Im September mussten Verbraucher dafür 11,3 Prozent mehr bezahlen als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Zum Vergleich: Die Verbraucherpreise insgesamt stiegen um 3,3 Prozent, darunter Nahrungsmittel insgesamt um 0,4 Prozent.
"Die Kartoffelernte fällt 2026 nach Schätzungen deutlich geringer als im Vorjahr aus, was Folgen für die Preise von Kartoffeln auf den verschiedenen Wirtschaftsstufen hat", führten die Statistiker als Grund für die Verteuerung der beliebten Knolle an. So lagen die Erzeugerpreise von Speisekartoffeln im August um 61,5 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Das ist der stärkste Anstieg seit drei Jahren. Auf verarbeitete Kartoffelprodukte wie Pommes frites hat sich das bislang noch nicht ausgewirkt. Hier lagen die Preise im September um 4,7 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats.
Die Ernte von Kartoffeln wird in diesem Jahr nach vorläufigen Ergebnissen mit 10,4 Millionen Tonnen knapp ein Viertel (-24,8 Prozent) unter der des Vorjahres liegen. Der Rückgang ist den Angaben zufolge nicht nur auf die um 11,1 Prozent auf 268.300 Hektar verringerte Anbaufläche zurückzuführen. "Auch die Erträge je Hektar fallen im Jahr 2026 voraussichtlich deutlich geringer aus", hieß es. Gerechnet wird mit 38,9 Tonnen je Hektar, 2025 waren es noch 46,0 Tonnen. Das entspricht einem Rückgang von 15,4 Prozent. "Grund dafür dürften vor allem die extreme Hitze und Trockenheit des diesjährigen Sommers sein", erklärten die Statistiker.
Dennoch werden in Deutschland deutlich mehr Kartoffeln erzeugt, als für den Bedarf im Land benötigt werden: Der Selbstversorgungsgrad lag nach vorläufigen Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Wirtschaftsjahr 2024/25 bei 145 Prozent. "Ein großer Teil der Kartoffeln und Kartoffelprodukte wird also nicht für den heimischen Markt erzeugt, sondern exportiert", so das Statistische Bundesamt.