500.000 Menschen betroffenFinanzierungslücke zwingt Welternährungsprogramm Hilfsangebot in Gaza um ein Drittel zu kürzen

Das Welternährungsprogramm (WFP) fährt eigenen Angaben zufolge seine Ernährungshilfe für notleidende Menschen im Gazastreifen runter.
Rund eine halbe Million Palästinenser in dem vom Krieg gezeichneten Gebiet erhalte nun keine Hilfe mehr, hieß es in einer Mitteilung. Grund für die Kürzung der Ernährungshilfe um rund ein Drittel seien Finanzierungslücken. Ab diesem Monat unterstützt die UN-Organisation demnach noch 1,1 Millionen Menschen.
Zuvor habe sie seit Beginn der Waffenruhe-Vereinbarung im Oktober 2025 jeden Monat rund 1,6 Millionen Palästinenser etwa mit Lebensmittelpaketen, Brot und Bargeld versorgt. «WFP verfügt jetzt nicht mehr über ausreichende Finanzierungen, um dieses Hilfsniveau aufrechtzuerhalten», teilte die Organisation weiter mit.
Auch diejenigen, die weiterhin Unterstützung erhielten, bekommen demnach nun weniger Hilfe. Die Organisation habe die Lebensmittelrationen um die Hälfte gekürzt. Auch warme Mahlzeiten würden nun seltener verteilt.
Laut WFP-Angaben leiden rund 67 Prozent der Bevölkerung im Gazastreifen unter akutem Hunger «oder schlimmerem». Die IPC-Initiative (Integrated Food Security Phase Classification), die Nahrungskrisen in aller Welt beobachtet, sieht das Gebiet derzeit nicht mehr von einer Hungersnot betroffen. Dennoch sei die Bevölkerung des Gazastreifens stark von akuter Mangelernährung und Ernährungsunsicherheit betroffen.
Die für Palästinenserangelegenheiten zuständige israelische Behörde Cogat betont wiederum, dass die Menge der Hilfslieferungen den Ernährungsbedarf der Bevölkerung übersteige. Es gebe keine akute Ernährungsunsicherheit im Gazastreifen.