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Es sei "ein wahres Labyrinth"Frankreichs Justiz hat weitere "Anwerber" Epsteins im Visier

10.09.2026, 17:58 Uhr
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ARCHIV - 08.08.2025, Frankreich, Paris: Die Frankreich-Flagge, auch Trikolore genannt, weht in der Pariser Innenstadt vor blauem Himmel. (zu dpa: «Frankreich stoppt erneut Öltanker aus Russland im Mittelmeer») Foto: Rachel Sommer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (Foto: dpa)

Nach dem Tod eines mutmaßlichen Mädchenjägers für den US-Sexualstraftäters Jeffrey Epstein in Frankreich hat die Staatsanwaltschaft weitere Verdächtige ausgemacht.

Nach dem Tod eines mutmaßlichen Mädchenjägers für den US-Sexualstraftäters Jeffrey Epstein in Frankreich hat die Staatsanwaltschaft weitere Verdächtige ausgemacht. "Das Netz von Epstein ist ein wahres Labyrinth", sagte die Staatsanwältin Laure Beccuau am Donnerstag dem Sender France Inter. "Wir haben die Namen weiterer potenzieller Anwerber erhalten", sagte sie. Die französische Justiz war in die Kritik geraten, weil sich die Ermittlungen im Fall des verdächtigten Modelagenten Daniel Siad lange hingezogen hatten. Siad wurde im Juli tot in seinem Haus bei Paris aufgefunden, bevor er von den Ermittlern angehört worden war. Das ehemalige Model Ebba Karlsson, das Siad Anfang des Jahres wegen Vergewaltigung angezeigt hatte, verklagte daraufhin den französischen Staat wegen "grober Fahrlässigkeit". Sie warf der Justiz vor, Siad weder festgenommen noch angehört zu haben. Die Pariser Staatsanwaltschaft erklärte nun, dass sie insgesamt 26 Opfer identifiziert habe. Die Hälfte von ihnen sei bislang noch in keinem anderen Verfahren aufgetaucht. Acht von ihnen müssten noch vernommen werden.

Karlsson forderte die Justiz auf, zügig zu handeln. "Manche Taten reichen Jahrzehnte zurück. Die beteiligten Personen werden älter. Jede Verzögerung hat Konsequenzen", sagte sie. Nach der Veröffentlichung von Millionen Dokumenten im Zusammenhang mit Epstein hatte die Pariser Staatsanwaltschaft Anfang 2026 angekündigt, Ermittlungsrichter einzusetzen, um mögliche Straftaten mit Bezug zu Franzosen zu prüfen. Epstein war regelmäßig nach Paris gereist und hatte enge Beziehungen zu mehreren Modelagenten.

Nach Dokumenten aus den Epstein-Files hatte der Franzose Jean-Luc Brunel den Kontakt zwischen Epstein und Siad hergestellt. Brunel trat ebenfalls als Headhunter für Models auf und wurde später von zahlreichen Frauen der sexuellen Gewalt bezichtigt. 2020 nahm die französische Justiz Ermittlungen gegen ihn auf, unter anderem wegen Missbrauchs von Minderjährigen. Zwei Jahre später wurde er tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden.

Der bis in höchste Kreise von Politik und Wirtschaft vernetzte US-Investor Epstein soll mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen missbraucht und teils an Prominente weitergereicht haben. Er war 2008 wegen Anstiftung einer Minderjährigen zur Prostitution verurteilt worden. 2019 wurde er wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Minderjährigen erneut festgenommen. Wenig später wurde Epstein tot in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden. Nach offiziellen Angaben beging er Suizid.

Quelle: ntv.de, afp

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