TotalEnergies steigt aus Russland-Projekt ausFranzösischer Energiekonzern gibt Anteil an Arctic LNG 2 ab

Das französische Energieunternehmen TotalEnergies hat nach eigenen Angaben seinen Ausstieg aus einem mit US-Sanktionen belegten russischen Erdgas-Projekt vollzogen.
"TotalEnergies bestätigt, dass die Übertragung seiner zehnprozentigen Beteiligung an Arctic LNG 2" an eine Tochterfirma des russischen Mehrheitseigners Nowatek "abgeschlossen wurde", erklärte der Konzern am Donnerstag. "TotalEnergies ist somit kein Anteilseigner von Arctic LNG 2 mehr."
TotalEnergies-Chef Patrick Pouyanne hatte im Juli angekündigtt, den Anteil an dem Flüssigerdgas-Projekt abzugeben. Der Konzern hatte bereits 2022 nach dem Beginn des Kriegs in der Ukraine eine Wertminderung in Höhe von 4,1 Milliarden Dollar auf seinen Anteil an Arctic 2 verbucht.
Das Unternehmen habe weiterhin Anspruch auf Rückzahlung seines Teils eines Milliarden-Darlehens, dass es mit anderen Gesellschaftern bereitgestellt habe, erklärte TotalEnergies am Donnerstag. Zugleich deutete es an, dass eine Rückzahlung im Moment unwahrscheinlich ist: "Eine solche Rückerstattung könnte in Zukunft vorbehaltlich geltender Sanktionen erfolgen."
Die meisten Unternehmen aus westlichen Ländern verkauften nach der russischen Invasion in der Ukraine schnell ihre russischen Betriebe und Beteiligungen. Die Sanktionen erschweren den Handel mit den meisten Waren.
Seitdem hat Russland es für Unternehmen schwerer gemacht, das Land zu verlassen und eine präsidentielle Genehmigung zur Voraussetzung für entsprechende Geschäfte gemacht. Pouyanne hatte im Juli angegeben, eine Autorisierung für die Übertragung der Anteile an Arctic 2 bekommen zu haben.
Nowatek war der wichtigste Partner von TotalEnergies in Russland. 2013 starteten die beiden Unternehmen gemeinsam die Förderung auf dem großen Gasfeld Jamal in Sibirien. TotalEnergies hält einen Anteil von 19,4 Prozent an Nowatek, den der Konzern nach eigenen Angaben wegen der Sanktionen gegen Russland nicht aufgeben kann.