Appell für zusätzliches EinspeichernGas-Netzbetreiber warnen vor europaweit niedrigen Speicherständen

Die europäischen Gasnetzbetreiber haben angesichts der niedrigen Füllstände zusätzliche Einspeicherungen angemahnt.
"Jedes zusätzliche heute verfügbare Molekül – entweder im Speicher oder über LNG – stärkt die Lage in Europa", erklärte der Vorsitzende der Betreiberorganisation Entsog, Piotr Kus. Eine Gefahr für die Versorgung gebe es aber nicht.
Mit 72 Prozent seien die Gasspeicher in der EU auf einem "historisch niedrigen" Stand, teilten die Netzbetreiber mit. In Deutschland liegen die Füllstände nach Angaben der Bundesnetzagentur vom Mittwoch aktuell bei 59,2 Prozent und damit unter dem Durchschnitt. Die täglichen Einspeicherungen seien zuletzt "zum Teil weiterhin recht niedrig gewesen", teilte die Bundesnetzagentur mit.
Grund dafür ist insbesondere, dass sich Import und Speicherung von Erdgas derzeit wegen der hohen Preise am Weltmarkt infolge des Iran-Kriegs kaum lohnen. Eigentlich hat die EU das Ziel ausgegeben, die Speicher bis Anfang November zu 80 Prozent zu füllen, dieses Ziel ist nach Einschätzung der Bundesnetzagentur in Deutschland nicht mehr zu erreichen.
Sowohl die deutschen Behörden als auch Entsog gehen aber nicht von einer Gefahr für die Versorgung im Winter aus. Die europäische Infrastruktur sei wegen der Terminals für Flüssiggas (LNG) "ausreichend flexibel", um niedrige Füllstände teilweise auszugleichen, teilte Entsog mit. Blieben die Lieferungen jedoch aus, könnten die Speicher über den Winter so leer werden, dass die Befüllung im kommenden Sommer schwierig werde.