"Vollständige Abschaffung"Gaststättenverband: Vorschlag der Rentenkommission zu Minijobs "eine Katastrophe"

Der Deutsche Hotellerie- und Gastronomieverband (Dehoga) hat den Vorschlag der Rentenkommission zur Einbeziehung von Minijobbern in die gesetzliche Rente als "Katastrophe" für das Gastgewerbe kritisiert.
Der Deutsche Hotellerie- und Gastronomieverband (Dehoga) hat den Vorschlag der Rentenkommission zur Einbeziehung von Minijobbern in die gesetzliche Rente als "Katastrophe" für das Gastgewerbe kritisiert. Es drohe die "vollständige Abschaffung eines für unsere Branche unverzichtbaren Beschäftigungsinstruments", erklärte der Dehoga am Montag in Berlin. Das sei ein "Frontalangriff auf die Flexibilität des Arbeitsmarkts" und auf die "Beschäftigungsfähigkeit" der Branche.
Die von der Regierung eingesetzte Expertenkommission will ihre gut 30 Reformvorschläge am Dienstag offiziell vorstellen. Ein Vorschlag betrifft die Minijobs, die bisher von Beiträgen in die Rentenversicherung befreit sind. Sie sollten aus Sicht der Kommission "ohne Opt-out-Möglichkeit" in die gesetzliche Rente einbezogen werden. Ausnahmen soll es nur noch für Schülerinnen und Schüler geben.
Der Dehoga erklärte, allein im Gastgewerbe gebe es rund 1,1 Millionen geringfügig Beschäftigte. Minijobs seine für die vielen tausenden kleinen und mittleren Unternehmen von zentraler Bedeutung, "um Beschäftigung passgenau zu organisieren". Sie sicherten "Abendstunden, Wochenenden, Veranstaltungen und helfen, saisonale Nachfragespitzen abzudecken - wie aktuell in der Biergartensaison".
Minijobs entsprächen "in aller Regel" auch den Wünschen der Beschäftigten und verhinderten die Flucht in die Schwarzarbeit bei Nebenbeschäftigten, Zuverdienern und Studenten. "Wer Minijobs auf Schülerinnen und Schüler beschränken will, übersieht, dass viele von ihnen minderjährig sind und aufgrund der zurecht strengen gesetzlichen Vorgaben gerade die für Gastronomie und Hotellerie besonders wichtigen Abend- und Wochenendschichten oftmals gar nicht übernehmen können", erklärte der Dehoga.