Für kommenden SamstagGewerkschaften rufen zu neuen Protesten in Frankreich auf

Nach den jüngsten Massenprotesten in Frankreich haben Gewerkschaften und Aktivisten am Sonntag zu weiteren Kundgebungen aufgerufen.
Ein massives Polizeiaufgebot hatte am Samstag schwerere Ausschreitungen verhindert. Für den 5. November riefen Gewerkschaftsvertreter zu einem landesweiten Streik auf. Die Unzufriedenheit über Löhne, Lebenshaltungskosten und öffentliche Dienstleistungen gehe inzwischen weit über die Studentenbewegung hinaus, die im vergangenen Monat die ersten Proteste ausgelöst hatte. "Wir sehen, wie sich die Wut zusammenballt", sagte Murielle Guilbert, Co-Chefin der linken Gewerkschaft Solidaires, dem Sender BFM TV. Für den kommenden Samstag rief sie erneut zu Demonstrationen auf.
An den Protestmärschen am Samstag nahmen nach Angaben des Innenministeriums 410.000 Menschen teil, 70.000 Polizisten waren im Einsatz. Plünderungen und Vandalismus, die am 17. Oktober viele französische Städte erschüttert hatten, wurden verhindert. Die Zahl der Festnahmen lag am Samstag bei 1314, halb so viele wie eine Woche zuvor, wie das Ministerium am Sonntag mitteilte. Etwa 50 Polizisten seien verletzt worden nach mehr als 1000 in der Vorwoche. Polizeigewerkschaften warnten jedoch, sie hätten nicht genügend Personal, um ein derart hohes Einsatzniveau über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten.
Auch die Bewegung der Gelbwesten rief für Samstag zu Massenkundgebungen auf, darunter Sitzstreiks vor Rathäusern und der Nationalversammlung. Die Lehrergewerkschaft SUD Education kündigte ihre Teilnahme an einer Demonstration ebenfalls an. Die große Gewerkschaft CGT will im Laufe der Woche über ihr weiteres Vorgehen entscheiden.